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Madaba - Mount Nebo - Karak Castle - Wadi Musa

5:15 Uhr - Goooooood mooooorning Madaba.


Ruhe, himmlische Ruhe. Es hat wahrscheinlich verschlafen. Keine nächtlichen Rufe stören unsere Nacht. Erst 5:15 Uhr fühlt sich Madabas Muezzin genötigt, einige Töne verlauten zu lassen. Aber nur ganz kurz.


Ab heute steht ein weiteres Highlight auf unserem Programm. Vier Nächte in Wadi Musa und drei volle Tage in der Felsenstadt Petra. Darauf freuen wir uns schon sehr, auch weil es dort noch imposanter zugehen soll als in Persepolis.


Die reine Fahrzeit nach Wadi Musa wird mit 3h 41min angegeben, die Entfernung beträgt von unserem Hotel 215 km.


Nach intensiver Recherche sind wir gestern Abend zum Entschluss gekommen, heute Vormittag den Archäologischen Park von Madaba anzuschauen. Hier soll es weitere Ausstellung von Mosaiken geben, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen.


Sollte unsere Zeit noch ausreichen, fahren wir auch den Berg Nebo an, das entscheiden wir dann operativ.

8:00 Uhr öffnet das Frühstücksbuffet. Pünktlich - wegen der Millisekunden - sind wir vor Ort. Es ist schon ziemlich voll, da haben wohl viele den gleichen Gedanken wie wir.


Das Frühstück ist Spitzenklasse. Den Hummus hätte ich der KAT 1 zugewiesen, da er aber keine speziellen Zutaten wie Nüsse, Pinienkerne etc. beinhaltet, legt Heidi ihr Veto ein. Also nur KAT 2.

Das Zimmer können wir bis 11:00 Uhr oder etwas später besetzen, also lassen wir unser Gepäck dort und begeben uns zum Archäologischen Museum. Alle Sehenswürdigkeiten in Madaba sind fußläufig erreichbar, so können wir die gestern angefutterten Kalorien abbauen.

Wir sind die Ersten im Museum, unser Ticket will auch niemand sehen - uns kann es egal sein.


Hier sind unvorstellbar viele Mosaiken ausgestellt, bzw. freigelegt. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchen einfachen Werkzeugen früher diese Meisterwerke hergestellt wurden.


Einfach fantastisch.

Der Parkplatz des angrenzenden Visitors Center besitzt ein eigenes, riesengroßes Mosaik. Darauf ist Jordanien und seine berühmtesten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Wunderschön.

Wir ziehen weiter zur St. Johns Kirche. Wieder eine orthodoxe Kirche, in der jetzt sogar ein Gottesdienst durchgeführt wird.


Eintritt kostet hier 1 JD, dafür kann man aber den Turm besteigen und das Kellergewölbe besichtigen.


Der Aufstieg zum oberen Punkt des Turms ist nichts für höhenängstliche. Also bleibe ich brav unten und warte bis Heidi mich nach ihrem hoffentlich erfolgreichem Abstieg wieder abholt.

Vom Turm hat man eine schöne Aussicht auf Madaba, speziell auf die Freitagsmoschee.


Das Kellergewölbe ist endlos lang, die Durchgänge sehr niedrig. Also immer schön auf den Kopf aufpassen oder einen Stahlhelm verwenden.


Auch hier sind Unmengen von Mosaiken zu bewundern. Jetzt wissen wir, warum Madaba Mosaikstadt genannt wird.

Leider vergeht die Zeit hier viel zu schnell, so dass wir wieder den Rückweg antreten müssen. Auf diesem kommen wir an einer kleinen Bäckerei vorbei. Hier werden gerade kleine Teigtaschen mit einer Hackfleisch/Kräutermischung hergestellt. Der Besitzer besteht darauf, dass wir je eine dieser Köstlichkeiten kosten.


Selbstredend, dass Heidi auch noch ein zweites Stück verputzt.


In einem Souvenirladen kaufen wir unser zweites Mitbringsel. Leider gibt es davon kein Foto, da es schon eingepackt ist. Was es ist, schreibe ich aber nicht. Wer will, kann raten, jeder hat nur zwei Versuche. Wer es errät, bekommt einen Preis.


Im Nussgeschäft unseres Vertrauens kaufen wir noch drei Beutel Mandeln zu je zwei Dinar und am Falafelstand zwei Sandwiches für heute Mittag.

Wir checken aus und beschließen doch noch zum Mount Nebo zu fahren. Er ist nur acht Kilometer entfernt und wenn wir schon einmal hier sind, fahren wir auch hin.


Der Eintritt kostet 3 JD pro Person. Leider ist es heute wolkig und die Wüstenstürme tuen ihr Übriges um die Sicht zu trüben. Trotzdem können wir eine Menge sehen. Die biblischen Orte wie Jerusalem, Nablus, Jericho und Nazareth sind von hier nur einen Steinwurf entfernt, aber leider visuell für uns nicht erreichbar.

In der Basilika sind wieder große Mosaike zu bestaunen, vor der Kirche steht ein Kreuz mit einer Schlange. Auch das hat biblischen Hintergrund.

Berg Nebo


Der Gipfel des Siyagha, 700m über dem Jordantal mit Blick auf den nordöstlichen Teil des Toten Meeres, gilt als der Berg Nebo, an dem Moses das verheißene Land gezeigt wurde und wo er starb.


Heutzutage ist der Berg Nebo eine aktive Gedenkstätte, ein Franziskanerkloster und eine archäologische Stätte. Besucher aus aller Welt kommen nicht nur wegen der historischen und religiösen Bedeutung des Ortes, sondern auch wegen der architektonischen Zeugnisse aus alter Zeit und der wunderschönen byzantinischen Mosaike, die hier bewahrt und gezeigt werden.


Und Mose stieg von den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo, den Gipfel des Pisga, der Jericho gegenüberliegt. Und der Herr ließ ihn das ganze Land sehen … Und Mose, der Knecht des Herrn, starb dort im Land Moab nach dem Wort des Herrn (Deuteronomium 34 ).


Obwohl der biblische Text den Ort, an dem Moses beerdigt wurde, nicht nennt, hat sich eine Gemeinschaft von Mönchen vom 4. bis 9. Jahrhundert n. Chr. in dieser Gegend niedergelassen, um hier des Propheten zu gedenken und ihn ehren.

Wehmütig nehmen wir von Madaba und seiner Umgebung Abschied.


Bis nach Petra sind es knapp vier Stunden Fahrzeit. Die resultiert aus den vielen, zu befahrenden Serpentinen, deshalb machen wir auf dieser Etappe beim Karak Castle Pause.


Diese Burgruine liegt auf dem Weg und ist eine willkommene Abwechslung auf der monotonen Wüstenfahrt.


Burg bedeutet wieder Berg, das heißt - ganz oben. Zum Glück können wir bis fast an den Eingang fahren. Tickets sind im Jordanpass enthalten. Den kontrolliert wieder niemand, man will nur wissen, ob wir einen haben.

Wir haben wieder eine tolle Sicht auf das gesamte zu Fuße liegende Areal. Die Kreuzritterburg ist auf einem sehr großen Gebiet gebaut. Hat man die Burg endlich bis ins kleinste Detail inspiziert, kann man sich noch an den Kellergewölben satt sehen. Die umfassen die gleiche Grundfläche wie die Burg, interessant finden wir, wie die vielen Bögen auf unterschiedliche Arten gebaut wurden.


Wir müssen unseren Besuch hier aber abkürzen, da ich noch bei Tageslicht in Wadi Musa ankommen möchte.

Doch urplötzlich endet unsere Straße wegen Bauarbeiten, ein Umleitungsschild ist natürlich nicht in Sicht. Also fahren wir nach gut Glück und haben auch irgendwann Erfolg. Allerdings hat uns der Spaß zehn Minuten unserer kostbaren Zeit gekostet.


Von jetzt an begleitet uns ein heftiger Sandsturm. Wie starker Schneefall - nur als Sand.


Zeitweise sehen wir nur verschwommene Umrisse vor uns. Die Beduinen stört das nicht. Sie sitzen gelassen vor ihren Herden und harren der Dinge die da kommen.

Die letzten 35 km bis Wadi Musa sind wunderschön. Wir fahren direkt in den Sonnenuntergang auf einer zweispurigen Straße. Links und rechts ist Wüste mir großen Berge, ähnlich dem Monument Valley. Wieder einmalig schön.

Wadi Musa selbst habe ich mir kleiner vorgestellt, aber es ist doch ziemlich groß. Trotzdem finden wir schnell unser Hotel. Wir checken ein, erhalten einen Willkommenstee und werden aufs Zimmer begleitet.


Unsere Zeit ist heute abend knapp bemessen, für 18:30 Uhr habe ich einen Kochkurs gebucht. Es werden dann fünf Gerichte zubereitet, die wir dann auch noch selbst essen müssen.


Deshalb werfen wir schnell unsere Sachen in die Ecke - eigentlich wie jedes Mal, nur das wir diesmal nicht die Stadt erkunden.

18:15 Uhr treffen wir bei Petras Kitchen ein. Es gibt 35 Anmeldungen, da sind wir ja eine ganz schöne Truppe.


Später stellt sich heraus, das eine ganze Busladung Amis mit dabei ist. Einige müssen unbedingt Wein und Whisky mitbringen. Das ist zwar erlaubt, aber man merkt den Gastgebern an, dass sie nicht gerade begeistert sind.


Wir sind mit zwei Französinnen und drei Amis am Tisch und bereiten drei Salate und ein Hauptgericht zu. Das macht viel Spaß und wir können einige Tricks lernen.


An andern Tischen werden andere Gerichte zubereitet, so dass wir am Ende fast ein ganzes Büffet zum Essen haben.

Alles schmeckt sehr gut und 20:45 Uhr setzen wir wieder zum Heimweg an.


Auf dem Balkon trinken wir noch ein Glas Rotwein, ehe wir müde ins Bett fallen.


Morgen müssen wir ja fit sein, da beginnt der erste Tag unserer dreitägigen Petra-Exkursion.





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