Standing Stones of Stenness – Ring of Brodgar – Yasnaby – The Gloup
- Holger Schweitzberger

- 17. März 2019
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Juli 2023
24. August Für heute habe ich mir vorgenommen sehr früh aufzustehen, um die Standing Stones of Stenness und der Ring of Brodgar ganz für mich allein zu haben. Dementsprechend stehe ich gegen 5:30 Uhr auf, der Blick aus dem Fenster verrät, dass heute ein wettertechnisch schöner Tag wird.
Es weht kein Wind und von Regen ist keine Spur. Ich mache ich mich zuerst auf den Weg zu den Standing Stones of Stenness. Diese sind ca. 4,5 Meilen von unserer Unterkunft entfernt, ich fahre auf der A965 Richtung Nordosten und biege dann links nach Stenness auf die B9055 ab.
Kurz nach Stenness stehen die stehenden Steine einsam und stolz auf der rechten Seite. Zu dieser noch nachtschlafenden Zeit haben die Schafe diese Stelen noch voll in ihrem Besitz. Sie liegen um sie herum, wahrscheinlich wärmen sie ein bisschen und geben Schutz vor Wind und Regen.
Dieser kleine Steinkreis besteht schon seit über 3000 Jahren v.u.Z. und ist damit einer der ältesten seiner Art in Großbritannien. Von den ehemals 12 Steinen sind jetzt noch vier erhalten. Die Steine haben etwa eine Höhe von fünf Metern - der höchste ist über 5,70 Meter - und sind maximal 30 cm dick. Angeordnet sind sie in einer Ellipse mit einem Durchmesser von 31,7 Metern.
Ich mache ein paar Fotos, die Schafe lassen sich von mir nicht stören und gucken mich nur verwundert an. Gegenüber des Steinkreises befindet sich ein See, der Loch of Stenness. Nur knapp eine Meile weiter findet man den Ring of Brodgar.
Vom Parkplatz, der sich am Loch of Harrey befindet, bis zum Eingang läuft man ungefähr 200 Meter. Von Weitem kann man diesen großen Steinkreis schon erkennen. Er umfasst einen Durchmesser von 104 Metern und ist damit größer als Stonehenge. Von den ursprünglich etwa 60 Steinen sind noch 27 erhalten.
Der Ring of Brodgar ist wahrscheinlich 2700 v.Chr. entstanden. Man hat nur zu einigen Steinen direkten Zugang, die anderen befinden sich hinter einem Zaun, wahrscheinlich um die fragilen Steine zu schützen. Ich laufe den Rundweg um den Ring, beindruckend wie diese Riesen dort stehen, den Winden und Stürmen trotzen und nicht umfallen.
Insgesamt betrachtet hat mir der Callanish Steinkreis auf der Isle of Lewis am besten gefallen, vielleicht weil ich näher an die Steine herantreten und sie berühren konnte. Aber auch heute war es ein sehr emotionales Erlebnis, solche geschichtlichen Bauwerke zu sehen.
Um 7:00 Uhr wecke ich Heidi und 8:00 Uhr marschieren wir zum Frühstück. Neben den Schweizern ist ein neues Ehepaar dazu gekommen. Sie leben in Boston, die Frau stammt allerdings aus Hamburg und ihr Mann kann auch sehr gut deutsch sprechen.
Wir tauschen wieder unsere Schottland Erfahrungen aus und nach dem Essen verabschieden sich alle mit guten Wünschen für den heutigen Tag. Es ist herrlicher Sonnenschein und deshalb nehmen wir noch einmal die Yasnaby Klippen in unsere heutige Tour Planung mit auf. Und zwar an die erste Stelle.
Erstens weil wir nicht wissen wie lange die Sonne noch scheint und zweitens liegen sie ja unmittelbar in unserer Nähe. Diesmal können wir viel näher an die Klippen heran treten und die Gischt bewundern. Wir wandern eine Stunde von einer Klippe zur anderen machen gefühlte 1000 Fotos, so schön ist es hier.
Sind wir bei unserer Ankunft die ersten und einzigen Besucher, so ist der Parkplatz, als wir wieder abfahren gut gefüllt. Es kommen hier keine Busse her, jedenfalls haben wir keine bemerkt. So hat man viel individuellen Spielraum um sich hier umzusehen.
Das nächste Ziel ist Maes Howe, ein Steinzeitdorf. Das kann man nur mit einer Führung besichtigen, wir buchen für morgen 12:00 Uhr. Das Wetter wird immer besser, so steuern wir ein Ziel an, da eigentlich gestern auf dem Programm stand, aber wegen des starken Windes von uns verworfen wurde: The Gloup und die Klippen von Mull Head.
The Gloup ist eine ausgehöhlte Bucht und befindet sich östlich von Kirkwall. Vom Parkplatz sind es ca. 100 Meter, dann kann man von einer Holzplattform in den Gloup schauen. Ganz lustig, aber viel interessanter ist die dahinter liegende Bucht mit ihren vielen Klippen und den sich in den Felsen brechenden Wellen.
Zu den Klippen gelangt man über natürliche Steinplatten, die manchmal wie eine Treppe aufgebaut sind. Aber vorsichtig: bei Nässe sind sie sehr glitschig und man rutscht schnell aus. So wie ich, aber zum Glück habe ich meine Wanderhose an. Schnell sind die Unterbeine entfernt und zum Trocknen ins Auto gelegt.
Nach einer Stunde fahren wir wieder zu unserem B&B. An der Strecke stehen unzählige Kühe mit ihren Kälbern und beobachten die Autofahrer. Sie sind alle hinter Zäunen untergebracht, anders als die Schafe, die überall rumrennen, aber zum Glück Respekt vor Autos haben.
Nähert sich eins, sind sie meistens verschwunden. Wenn auch gemächlich, aber sie machen die Straße frei. Die Siesta beenden wir gegen 16:30 Uhr. Wir laufen nach Stromness, gestern haben wir uns vorgenommen, die Stadt noch einmal bei Sonnenschein zu besuchen. Das tun wir jetzt.
Uns gefällt Stromness viel besser als Kirkwall, allerdings machen hier alle Geschäfte 17:00 Uhr zu. Stromness hat eine schöne, gemütliche Altstadt mit den typischen schottischen Steinhäusern. Oft hat man Blick auf das Meer, bei diesem Wetter besonders schön.
8:00 Uhr kehren wir wieder ins Ferry Inn ein. Wir finden noch einen Platz im Pub-Bereich und können somit unseren reservierten Tisch im Restaurant stornieren. Wir essen heute einmal etwas ganz anderes: Fish & Chips, dazu ein Orkney Gold bzw. Gin with Tonic. Zum Abschluss reservieren wir noch einmal für den nächsten Tag.
Inzwischen reserviert man für uns auch im Pub. Das ist normalerweise nicht vorgesehen - so die zuständige Waitress. Wir laufen bei noch immer herrlichen Sonnenschein zurück zur Unterkunft. Dort trinken wir noch etwas Whisky und Wein mit Blick auf den sonnigen Hafen.
Übrigens hat es in unserem gesamten Schottland Urlaub auf der Insel Orkney heute wieder nicht geregnet. Da sag noch einer, die haben hier nur schlechtes Wetter.






























































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