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Singapur: Little India - Busfahrt Nummer 23 - Supertree Grove Light Show



01. August Jetzt haben wir schon August - so schnell geht das. Deswegen zieht es mich nach dem Aufstehen erst einmal zum Pool. Der hat nämlich eine besondere Eigenheit. Ein kleiner Teil von ihm hat einen Glasboden. Somit kann man dort 12 Stockwerke nach unten schauen. Zusätzlich setzt gerade der Sonnenaufgang ein.

Gestern Abend habe ich versucht, nach den ersten Eindrücken hier, Malaysia und Singapur zu vergleichen. Die Kosten habe ich einmal ignoriert, man weiß ja, das Singapur eines der teuersten Länder der Welt ist. Aber mit etwas Geschick, kommt man hier sehr gut über die Runden - jedenfalls für ein paar Tage.


Will man den oder die Unterschiede kurz und bündig skizzieren, bedarf es nur folgender zwei Bilder. Ich glaube die sagen alles. Welches Bild zu welchem Land gehört, überlasse ich eurer Phantasie.





Steckdosen im Feuchtbereich


Geplant ist für heute eigentlich nicht viel, wir wollen uns einfach treiben lassen und sehen was uns erwartet. Am Abend steht dann die Lichtershow im Gardens by the Bay auf dem Programm - wenn nichts anderes dazwischen kommt.


Da die Kanapees gestern Abend so reichhaltig waren, verzichten wir auf das Abendessen und wollen zwischendurch nur in einem Foodcourt nach Nahrung Ausschau halten.


Es gibt in Singapur auch Buslinien, ähnlich dem 100er oder 200er in Berlin. Vielleicht finden wir ja eine passende Linie, Tickets dafür haben wir ja.

Das Frühstück gibt es diesmal nicht in Büffetform, sondern es werden einige Menüvorschläge zur Auswahl angeboten, wir entscheiden uns für zwei asiatische. Danach können wir gestärkt in den Tag gehen.

Heute laufen wir zur MRT Newton, hier müssen wir nicht umsteigen, wenn wir nach Little India wollen. Gleichzeitig sehen wir, ob diese Station vielleicht leichter zu erreichen ist als die Orchard Road.


Auch heute wieder ist die Ausschilderung innerhalb der riesigen Katakomben der U-Bahn sehr gewöhnungsbedürftig. Es soll Menschen geben, die würden sie als scheiße bezeichnen. Aber das würden wir nie.

Little India begrüßt uns mit unbarmherzigen Sonnenstrahlen. Wo immer es geht, laufen wir im Schatten. Der Duft der uns umweht, erinnert uns an den indischen Stadtteil in KL, aber hier ist alles etwas kleiner, sauberer und viel teurer.


Was uns auffällt sind die vielen Wandmalereien die wir wieder entdecken.

Wir kommen an einen Tempel, in dem gerade eine Trauerfeier abgehalten wird. So etwas kann bis zu drei Tagen dauern. Ein Pujari sitzt dabei auf dem Boden vor einer großen Schale in der Holz verbrannt wird . In das brennende Holz wird immer wieder Reis, Milch, Honig, Kräuter, Süssigkeiten usw. geworfen., Das macht ein zweiter Hindu der gegenüber des Pujari sitzt und den ganze Qualm ins Gesicht bekommt. Der Pujari singt dazu in ein Mikro, dass man Gänsehaut bekommt. Fotografieren oder filmen ist verboten, wir sind ganz verzaubert von den Ritualen.


Hindus kennen keinen Gottesdienst und so hat jeder religiöse Hindu sein eigenes Ritual. Wie auch in Moscheen, muss man sich vor Eintritt in den Tempel die Schuhe ausziehen. In manchen sogar die Strümpfe. Der Rauch dringt in alle Poren, dazu der Geruch der verbrannten Ghee Kerzen und der Räucherstäbchen, führt dazu, dass wir uns wie in einer anderen Welt fühlen.

In der Realität angekommen sind wir aber sofort, als wir auf unseren Bus warten. Wie in Berlin gibt es Anzeigetafeln, die ankündigen wann das entsprechende Gefährt eintrifft. Und wie in Berlin sind die Dinger für die Tonne - denn sie funktionieren nicht. Wie auch, wenn ein Bus im Stau steht.


Es wird immer heißer, deshalb schnappen wir uns den nächsten Doppeldecker der kommt und steigen ein. Busnummer 23 - das ist unserer. Schön klimatisiert sitzen wir tourimäßig ganz oben. Aber nicht in der ersten Reihe, denn da scheint die Sonne rein.


Wir fahren Richtung Flughafen, durch die Vororte Singapurs. Es gibt nur Hochhäuser, soweit das Auge blicken kann. Es ist wirklich nicht schön, aber irgendwo müssen ja die über 5 Millionen Einwohner in dem ehemaligen Fischerdorf unterkommen. Die Infrastruktur ist einwandfrei, ÖPNV lässt keine Wünsche offen - aber schön und lebenswert ist anders.

Wir fahren bis zur Endstation - dort gibt es auch eine MRT-Station, so dass wir mit der U-Bahn wieder zurück fahren können. Vorher trinken wir noch einen köstlichen Eistee in der Foodhall der Station. Hier ist das Essen wirklich preiswert und sieht auch sehr gut aus. Leider haben wir noch keinen Hunger.

Es ist rappelvoll, viele Angestellte machen hier ihre Mittagspause und haben die Qual der Wahl bei über zwanzig Ständen das Richtige zu finden.

Mit der Bahn zieht es uns nun nach Chinatown in den bekanntesten Foodcourt der Stadt. Hier sieht es zum ersten Mal in Singapur wie in Asien aus, das wir bisher kannten.


Alles was Beine hat und nicht aus Holz ist, wird hier verkauft. Auch hier ist kaum ein Platz zu finden und wenn doch, muss man sich zuerst an riesigen Schlangen anstellen um das Essen zu ordern.

Das machen wir dann doch nicht, zumal wir immer noch vom Frühstück satt sind. Wir laufen zurück zur U-Bahn, aber in Singapur zählt der gemeine Fußgänger nicht viel. Man kann nicht einfach über die Straße gehen. Nein, dagegen hat man extra große Hecken gepflanzt.


Wie müssen über Brücken auf die andere Seite gehen. Und das über unzählige Stufen. Nicht dass das linear abgeht, auch hier muss der geneigte Singapurianer mal hoch oder runter gehen, oft mehrere Male.

In der Orchard Street kaufen wir noch ein Eis, Heidi Durian im bunten Brot und ich Erdbeere altdeutsch in der Waffel.

Durianeis

Hier wollte mich zum ersten Mal im Urlaub ein Verkäufer abzocken, indem er mir zu wenig Wechselgeld gab. Als ich in darauf ansprach, gab er, ohne mich dabei anzugucken, das restliche Geld heraus.


Nach einem Kaffee im Hotel entspannen wir ausgiebig im Pool. Was für eine Wohltat. Ich glaube heute war es besonders heiß und schwül.


Zum Glück gibt es bei 7 Eleven preiswertes Bier mit dem man sich versorgen kann. Und so sitzen wir nach dem Baden am Fenster und trinken ein Carlsberg Smooth.

Nach den Kanapees 18:00 Uhr im Hotel - die wieder vorzüglich sind - machen wir uns auf den Weg zu den Gardens by the Bay.

19:45 Uhr und 20:45 Uhr wird jeden Abend eine 15-minütige Lichtershow gezeigt, die von vielen Singapurianern und Touristen besucht wird.


Es ist unglaublich schwül als wir an der gewünschten U-Bahnstation ankommen. Jetzt noch 800 Meter Fußmarsch und wir ergattern einen Sitzplatz vor den künstlichen Bäumen.

Pünktlich geht die Show mit Musik und Farbenspiel los. Jeden Monat wird ein anderes Thema vorgestellt.


Die Farbspiele sind sehr schön, es macht Spaß zuzusehen, wenn es bloß nicht so heiß wäre.

Nach der Show müssen wir unbedingt noch in den Gift-Shop. Der hat eine Klimaanlage und ist wohl auch deshalb so gut besucht. Eigentlich gibt es hier nur Mist, aber gestern sahen wir hier schon einen Merlion - und den gabs bisher in ganz Singapur nicht.

Also ist auch dieses Souvenir erstanden. In der abgekühlten U-Bahn fahren wir zurück zur Orchard Road und gehen die letzten Meter zum Hotel. Hier versorgen wir uns noch mit kostenlosen Softdrinks und Chips und machen es uns im Zimmer gemütlich. Langsam akklimatisieren wir uns und träumen von mitteldeutschen Temperaturen.



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