Il ballo di San Vito
- Holger Schweitzberger

- 24. Juli 2021
- 3 Min. Lesezeit
Song of the day: Vinitio Capossela: Il ballo di San Vito
19. Juli - Heute wird es sonnig. Und es ist der Tag der Schnarchnasen, auf Sizilien haben jeden dritten Montag des Monats alle Langsamfahrer und Verkehrshindernisse Ausgang bzw. -fahrt. Davon machen sie reichlich Gebrauch, wie wir im Laufe des Tages noch erleben dürfen.
Sonnenschein satt - den ganzen Tag. Das vermeldet unsere Wetterapp. Ein Gang auf die Terrasse zum Sonnenaufgang bestätigt die These.


Das Thyrrenische Meer ist heute unser Ziel, genauer gesagt San Vito lo Capo.
Google schreibt dazu: San Vito Lo Capo ist eine kleine italienische Küstengemeinde im Nordwesten Siziliens. Bekannt ist vor allem der in einer geschützten Bucht gelegene Strand, über dem sich der Monte Monaco erhebt. In der Ortsmitte befindet sich das Santuario di San Vito, ein festungsähnlicher Bau mit arabisch-normannischer Architektur aus dem 15. Jahrhundert. Der arabisch-normannische Einfluss zeigt sich auch an der winzigen Kapelle zur heiligen Kreszentia - die außerhalb des Orts an der Hauptstraße liegt - und am runden Torre Torrazzo.
Die Entfernung beträgt knapp 50 Kilometer, die Fahrzeit wird mit einer Stunde angegeben. Die überbietet wir heute dicke.
Wir fahren über Castellammare in westlicher Richtung und dann auf der SP16 gen Norden.
Die Tour führt durch bergige Natur, immer wieder ist aber auch die Meeresküste zu sehen. Wir schlängeln uns mit gemächlichem Tempo über die Serpentinen, immer 10 km/h langsamer als erlaubt. Na ja, Tag der Schnarchnasen halt, aber wir haben ja Zeit.
Am Vormittag - vor Fahrtantritt - konnte ich auch endlich den Schalter finden, mit dem der Spurassistent deaktiviert wird. Jetzt fahre ich endlich wie ein Sizilianer und brauche den blöden Blinker nicht mehr benutzen.
Ziel ist ein öffentlicher, bewachter Parkplatz in der Nähe des Zentrums von San Vito. 5 € zahlen wir für den ganzen Tag. Wir werden eingewiesen und erhalten Lob für unser tolles Auto. Ich könnte ihm ja etwas erzählen, aber er versteht mich ja sowieso nicht.
Bevor wir in die Richtung Altstadt von San Vito laufen, wollen wir noch schnell den Strand begutachten. Der ist nämlich gleich hier und wir haben später noch vor, ein - zwei Stunden dort zu verweilen.
Der Strand ist riesig, drei Kilometer lang, feinster Zuckersand. Wir schwitzen jetzt schon, es wird immer heißer.




Kurzentschlossen lassen wir Altstadt Altstadt sein und mieten uns einen Sonnenschirm und zwei Liegen. 2. Reihe - fast Pole Position. Preis wie schon bekannt: 25 €. Wir rauchen ja nicht.
Ich tappe noch einmal los und hole die Badesachen. Heidi platziert schon einmal die Sonnenliegen der Nummer 27 in den Schatten.
So baden wir relativ oft, verschieben die Liegen in den Schatten und schauen den Italienern beim Entspannen zu. Es ist ziemlich voll, trotzdem hat man genug Privatsphäre und der Geräuschpegel ist für italienische Verhältnisse enorm gering.
Die Sizilianer scheinen, im Gegensatz zu uns keine Angst vor Dieben zu haben. Fast jeder lässt die persönlichen Dinge unbeaufsichtigt, wenn's ins Wasser geht.
Fast vier Stunden verbringen wir hier, ich gehe das erste Mal ohne T-Shirt ins Wasser, in der Hoffnung keinen Sonnenbrand mehr zu erhalten. Morgen wissen wir mehr.
Die Temperaturen steigen immer mehr, als wir wieder zur Rückfahrt ins Auto steigen zeigt das Thermometer 37°C - in der Sonne.
Eigentlich wollten wir jetzt nach San Vito, aber ob der Hitze fahren wir wieder zu unserem Pool.
In Castelluzzo machen wir einen kleinen Stopp. Wir essen ein Panini, trinken Cola und frischen unsere Bargeldreserven auf. Der Automat spuckt nur den maximalen Betrag von 200 e aus, also muss ich zweimal die Bankomatprozedur durchlaufen.




Kurz vor vier sind wir wieder zurück. Wir erfrischen uns ausgiebig im Pool (gut, dass wir nicht das Hotel gebucht haben...) und machen Siesta.
19:00 Uhr müssen wir ja wieder ins Samsára laufen. Wir gehen diesmal erst 18:45 Uhr los und sind Punkt sieben im Restaurant. Wir sind die Ersten!
Unser Stammplatz ist schon reserviert, allerdings wurde der Tisch getauscht und wir sitzen viel komfortabler.
Gegen 20:30 Uhr kommen auch die ersten Italiener. Auch wenn es heute nicht so voll wie gestern ist, der Stimmung tut das keinen Abbruch.
Fast alle essen Pizza, Reste werden mit nach Hause gekommen. Heute gibt es auch Gerichte die nicht auf der Karte stehen, wir wählen davon die Antipasti-Platte mit Meeresfrüchten und gegrillten Bacalau. Ansonsten Risotto (mit Basmatireis), Backkartoffeln und Spinat.








Auch heute sind wir wieder begeistert, Heidi schafft sogar das Dessert nicht. Und das will etwas heißen. Nach einem Grappa und einem Limoncello (es war nur noch ein Grappa da), verabschieden wir uns. Unsere eben aufgenommen Kalorien verbrennen wir teilweise beim beschwerlichen, weil meist bergaufführenden, Heimweg.
Danach ist Zapfenstreich, morgen wechseln wir wieder das Quartier. Es geht nach Celafú, einer kleinen Stadt östlich von Palermo - direkt am Meer.




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