Au ciel d'été confondses blancs moutonsavec les anges si purs,la mer bergère d'azurinfinie.
- Holger Schweitzberger

- 22. Juli 2021
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Juli 2023
Song of the day: Charles Trenet: La Mer
21. Juli - Die Sonne scheint in unser Fenster. Auf dem Balkon sehen wir die ersten Menschen zum Strand wandern. Oder sind es die Nachtschwärmer, die auf dem Weg nach Hause am Meer vorbei gehen müssen?
Es sind bereits 27°C und wie bereits gestern geplant, wollen wir noch einmal baden, ehe wir das schöne Celafú verlassen.
Die ersten Sonnenschirme sind schon an den freien Stellen des Strandes installiert und markieren so, die neuen Besitzansprüche der Badenden.
Das Wasser ist angenehm warm, eine wahre Erfrischung - wir wollen gar nicht mehr heraus.
Die Sonne scheint die Altstadt von Celafú, die wie in den Berg gemeißelt erscheint, an und verleiht ein glitzernden Glanz.
Nach dem Duschen und dem sehr spartanischen Frühstück, das wir auf der Dachterrasse einnehmen dürfen, packen wir unsere Sachen und begeben uns noch einmal in die Innenstadt.
Ziel ist eines der kleinen Fischgeschäfte die den morgendlichen Fang der Fischer verkaufen.
Sie sind nur ca. 15m2 groß, blau gefliest und versprühen mediterranen Charme.



Die Verkäuferin im Laden unserer Wahl erklärt uns alle Fischsorten und deren Fanggebiet. Wir verstehen allerdings fast kein Wort, einzig dem Hinweis auf die lokalen Arten.
Diese nehmen wir dann auch und bitten sie, alles doch in Eis zu verpacken, da wir noch drei Stunden Autofahrt vor uns haben.
Das tut sie dann auch sehr akribisch, vorher wird aber alles entschuppt und ausgenommen.
"So, das hält den Fisch bis Rom kalt." meint sie augenzwinkert. Wenn ich mir das fertige Paket so ansehen, glaube ich, dass sie Recht hat.
Nach dem Auschecken verlassen wir die Tiefgarage und haben nun die Wahl: entweder über Messina oder Catania zu fahren. Ehe wir aber entscheiden können, nimmt Google uns die Arbeit ab. Bei Messina sind große Teile der Autobahn gesperrt. Wir fahren über Catania.
Wolkenloser Himmel begleitet und die nächsten knapp drei Stunden. Es geht fast nur über die Autobahn ins Landesinnere und dann logischerweise wieder an die Küste.
Gefühlt die Hälfte der heutigen Strecke ist auf Brücken gebaut, darunter verlaufen riesige Felder oder Plantagen. Die Brückensegmente sind ca. 50 Meter lang, die Übergänge allerdings nicht plan, so dass es ruckelt wenn man darüber fährt.
Machen wir am Anfang das lustige Geräusch immer noch nach - bubumm, bubumm, bubumm... - können wir nach hundert Mal "bubumm" nicht mehr lachen. Jede sich aufzeigende Brücke wird mit Verachtung bestraft und von uns verwünscht.
Noch nerviger sind nur die gefühlten 1000 Baustellen. Es gibt sie immer dann, wenn ein Streckenabschnitt nicht mehr befahrbar ist. Repariert wird anscheinend nichts, in einigen Baustellen wächst das Gras schon fast einen halben Meter hoch.
Rund um Catania der obligatorische Stau oder besser gesagt - der zähfließende Verkehr. Aber auch den überstehen wir - wir haben ja Zeit und sizilianische Gelassenheit (Hä? Gelassenheit? Sizilianisch? Vor der Reise hätte ich behauptet, das diese beiden Eigenschaften nun mal so gar nicht zusammen passen. Tun sie aber. Manchmal.) die uns entspannt dem Ziel näher kommt.
Gestern bekam ich noch eine Mail von der Unterkunft in der stand, dass wir nicht mit dem Navi die letzten Kilometer zurücklegen sollen, sondern ihre Wegbeschreibung verwenden sollen. Google Maps führe bei der vorhandenen Straßenlage in die Irre.
Als wir auf der Zufahrt sind, glauben wir dies unbesehen. Dank dem genauen Routenvorschlag kommen wir ohne uns zu verfahren 12:45 Uhr im Siké Holiday Home to Chill an. Die Anlage liegt auf einem Berg, der Weg dorthin hat manchmal eine Steigung von 30%.
Wir werden herzlich begrüßt und sofort zu einem Juice oder Espresso eingeladen. Der tut gut nach der Reise. Das Appartement ist wunderschön, mit einer großen Terrasse und Blick auf den Ätna, der im Moment ruhig vor sich herdümpelt.


Während Heidi auspackt, fahre ich noch einmal ins Dorf und kaufe Lebensmittel für die letzten Tage. Der hier ansässige Eurospin hat ein super Sortiment und bietet alles an was man so braucht.


Danach geht´s aber erst einmal in den Salzwasser Pool. In der Sonne sind es nun über 40°C. Das Badebecken ist umgeben von Orangen- und Zitronenbäumen sowie wunderschönen Bäumen und Sträuchern. Wir pflücken zwei Orangen und nehmen sie mit aus Zimmer. Bei der Vorbereitung für den abendlichen Fisch, essen wir beide auf - zuckersüß und ungespritzt.






Die Terrasse ist wegen der Hitze im Moment nicht zu betreten, wir machen eine Siesta und gehen anschließend wieder baden.
Der Pool hat im Gegensatz zu allen anderen Quartieren nur bis 19:00 Uhr geöffnet. Das nutzen wir komplett aus und erfrischen uns so gut es geht.
In der Küche ist ein großer Gas- und sogar ein Backherd vorhanden. Es steht alles bereit für unser Fischessen. Wir könnten übrigens auch hier essen, wenn man bis 18:00 Uhr seine Bestellung aufgegeben hat, wird man versorgt. Auch nicht schlecht.
Zum Glück habe ich heute die gekauften Fischsorten und ihre Namen fotografiert. So können wir vor der Zubereitung noch einmal überprüfen, was wir eigentlich nachher verspeisen.
Laut Foto handelt es sich hierbei um zwei Scombri (Makrele), drei Triglie rosse (Streifenbarbe) und eine Cefalo (Grosskopfmeeräsche).




Wir braten alles in Olivenöl, geben noch frische Oliven, Zitronenscheiben, Knoblauch und Zwiebeln dazu. Nach 15 Minuten ist alles fertig. Auf der mittlerweile angenehm temperierten Terrasse essen wir dann - natürlich mit Blick auf den Ätna. Der hat übrigens während unserer Mittagsruhe, feine Lavaasche auf unsere Terrasse und die gesamte Umgebung verteilt. Ganz kleine, schwarze Steine, ähnlich Kies.


Es wird langsam dunkel, wir haben fast Vollmond und einen schönen Blick auf das Meer und die umliegenden Dörfer. Nach und nach gehen die Lichter an und wir können einen vollständig illuminierten Horizont bewundern.
Mit diesen schönen Bildern verabschieden wir den Tag. Morgen wollen wir nach Taormina. Eine kleine Stadt, ungefähr 15 Kilometer von uns entfernt.




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