The Old Man of Storr – Kilt Rock – Uig – Staffin
- Holger Schweitzberger

- 23. März 2019
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Juli 2023
18. August 7:30 Uhr essen wir heute bereits Frühstück. Wir wollen relativ zeitig bei unserem ersten Ziel, dem Old Man of the Storr - dem Wahrzeichen den Insel Skye - ankommen. Wir wählen diesmal das Continental Breakfast. Es beinhaltet Käse, Schinken, Salami und Lachs. Alles aus schottischer Produktion. Die Qualität ist ausgezeichnet, der Kaffee schmeckt sehr gut, wir wollen eigentlich gar nicht aufstehen.
Das müssen wir aber dann doch und schweren Herzens machen wir uns auf den weiteren Weg, Das Wetter ist noch nicht so sonnig wie gestern, aber was nicht ist kann ja noch werden. Wie jeden Morgen habe ich Anlaufschwierigkeiten mit der Rechts/Links-Situation in Schottland.
Unser B&B liegt nämlich an einem Single Track. Linksfahrende Autos halten dann, wenn sie entgegen kommenden Verkehr bemerken, an einer Ausbuchtung an, damit man aneinander vorbei fahren kann. Liegt die Ausbuchtung auf der rechten Seite wartet, man bis der andere Verkehrsteilnehmer dort hinein fährt. Liegt sie auf der eigenen Seite, fährt man selbst hinein.
Ich allerdings warte beim ersten Mal immer, dass das entgegenkommende Fahrzeug doch nun endlich in meine Ausbuchtung fährt. Was für Deppen hört mich Heidi dann schimpfen, ehe sie mir erklärt, dass alle nur auf mich warten. Mit hoch rotem Kopf setze ich die Fahrt anschließend fort.
Das Gleiche passiert mir heute wieder. Aber nach dem ersten Dämpfer habe ich es kapiert, und alles wird gut. Bis zum nächsten Tag. Das frühe Losfahren hat sich gelohnt. Wir ergattern noch einen Parkplatz und können mit der Wanderung beginnen.
The Old Man of Storr ist ein ca. 50 Meter hoher Felsen, der auf einem anderen Felsen steht, insgesamt ist die Höhe inklusive Berg 780m. Das gilt es heute zu besteigen. Ich schalte vor Beginn die Stoppuhr an, um zu kontrollieren wie lange wir für Auf- bzw. Abstieg benötigen.
Es geht erst sehr human einen asphaltierten Weg entlang, der sich schlangenförmig nach oben windet. Wir brauchen mehrere Pausen um zu trinken und die Schönheit der Gegend zu betrachten. Nach dem asphaltierten Weg wird alles etwas steiler und den Asphalt gibt es auch nicht mehr.
Dafür bewegt man sich auf Steinen und modrigen Boden weiter. Wir beneiden die Leute, die sich bereits oben befinden und die wir als Miniaturen erkennen können. Es geht immer steiler bergauf, das Wetter meint es aber gut mit uns, es sind ca. 16°C und Regen ist auch nicht in Sicht. Aber das kann sich bekanntlich schnell ändern.
Endlich sind wir oben angelangt. Der Berg und die Aussicht entschädigen für die Strapazen. Wir benötigen 69 Minuten. Es wimmelt von Schafen, die sich hier tummeln und das Gras abfressen. Nach einer längeren Verschnaufpause setzen wir zum Rückzug an.
Wir laufen auf der anderen Seite des Berges zurück und haben hier eine noch bessere Sicht als auf der Hinrunde. Es kommen uns inzwischen Unmassen von Menschen entgegen. Viele beneiden uns sicher, da wir schon wieder nach unten dürfen und sie nicht.
Unten angekommen, fängt es an zu regnen. Man haben wir ein Glück. Der Abstieg dauert ungefähr 60 Minuten. Erschöpft sitzen wir im Auto und stellen einvernehmend fest, dass wir morgen sicher Muskelkater haben werden. Unser nächstes Ziel ist der Kilt Rock.
Die Ähnlichkeit mit dem Tartan-Muster eines Schottenrocks brachte der Bergkette diesen Namen ein. Für den Kilt Rock existiert ein Viewpoint mit dazugehörigem Parkplatz, der aber wie immer in Schottland zur Hochsaison hoffnungslos überfüllt ist.
Wir haben Glück und ergattern einen Platz, da vor uns gerade ein Auto ausfährt. Leider schüttet es im Moment wie aus Eimern, aber nach zehn Minuten hat sich wieder alles beruhigt und wir steigen aus. Wir betreten eine Plattform, die es ermöglicht, einen guten Blick auf die Gebirgskette und den dazu gehörigen Wasserfall - Meat Fall - zu haben.
Ein schönes Erlebnis, aber extra nur dorthin fahren würde ich nicht. Da wir erst um 15:00 Uhr einchecken können, fahren wir noch nach Uig - dem Ort, an dem wir morgen mit der Fähre nach Harris übersetzen werden.
Es gibt zwei Wege dorthin: die A855 - 30 Kilometer oder einen Single Track - 16 Kilometer. Wir wählen die A855, da wir keine Lust auf den Single Track haben. Nach Durchfahrt in Staffin, kommt plötzlich das große Erwachen - die nächsten 27 Kilometer sind eine - genau, einspurige Straße.
Irgendwann kommen wir, nach unzähligen Grußfingern in Uig an. Wir fahren zum Fährhafen und essen Fish&Chips, so sparen wir uns heute Abend das Diner. Anschließend wird zum ersten Mal getankt - 41 Liter für 44 Pfund.
Da es hier weit und breit keinen Supermarkt gibt, kaufen wir in der Tankstelle noch Sandwiches und Wein für heute Abend. Zurück fahren wir die kürzere Strecke, die aber in einem solch schlechten Zustand ist, dass der längere Weg wahrscheinlich der Schnellere bzw. Bessere gewesen wäre. Im B&B werden wir - wie immer - herzlich begrüßt.
Wir erhalten ein großes Zimmer mit Bad und Unmengen von Informationen über Lewis & Harris, unserem nächsten Ziel. Das hat einen einfachen Grund, stammt doch die Besitzerin Rachel aus Harris - wie sie stolz zu erkennen gibt. Wir machen uns etwas frisch und da die Sonne scheint unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang Richtung Meer.
Müde kommen wir zurück, essen unsere Sandwiches, skypen mit Berit und Oli um kurze Zeit später auf dem Bett zu entspannen. Morgen müssen wir um 6:00 Uhr aufstehen. Unsere Fähre startet 9:30 Uhr, 45 Minuten vorher ist Check in und für die Fahrt zum Hafen kalkuliere ich die doppelte Zeit ein. Und frühstücken wollen wir ja auch, um diese Zeit kein Problem wie uns versichert wird.
Übrigens hat es in unserem gesamten Schottland Urlaub bei Wanderungen auf den Old Man of Storr noch nie geregnet. Da sag noch einer, die haben hier nur schlechtes Wetter.








































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