Ilulissat | Yellow Route
- Holger Schweitzberger

- 9. März 2022
- 3 Min. Lesezeit

15. März 2022 Der Schneefall hält die ganze Nacht an und hüllt die ganze Stadt und den Fjord weiß ein. Zum Vergleich zu gestern, hier die gleiche Stelle:

Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, wie schnell die Wetterverhältnisse sich hier ändern können. Auch das macht die Faszination Grönlands aus.

An den Tanksäulen der uns einzig bekannten Tankstelle, kostete der Liter Benzin gestern 4,40 DKK. Das sind umgerechnet 34 Cent. Wir glauben einfach, dass die Säulen schon so alt sind, dass nur die eine Ziffer angezeigt wird und somit die Zehnerstelle einfach fehlt.
5:15 Uhr will Tobi die Haustür öffnen. Allerdings hat sie etwas dagegen. Sie lässt sich nicht öffnen. Wir lehnen uns mit aller Gewalt dagegen. Nichts geht. Da hilft also nur Heidis Fön. Allerdings ist der zu schwach und es bleibt uns nichts anderes übrig, alles Jannik anzuschreiben und Hilfe anzufordern.
Gegen 7:30 Uhr sind wir befreit. Mit Enteisungsspray und Spachtel werden wir wieder frei gelassen. "Das ist zu dieser Jahreszeit normal," meint Jannik, "bei anderen Häusern passiert das noch öfter."
Die Diskobucht ist nun komplett weiß und es sind unzählige Eisberge zu uns getrieben. Ein tolles Bild, auch weil sich nun wieder der Nebel verzieht und das Eis schmilzt. Die ersten Boote fahren wieder und die Möwen kommen in den Genuss gefangenen Fischs.



Langsam dringt nun auch die Sonne etwas durch, für uns ein driftiger Grund die Gelbe Route am Eisfjord in Angriff zu nehmen.
Wir nehmen ein Taxi und fahren 2 km bis zum Trailhead, dem Ilulissat sten 275 års jubilæum. Dieser Stein wurde 2016 zum 275. Geburtstag von Ilulissat errichtet.

Schon von hier hat man einen guten Blick auf den Fjord, der heute natürlich, wie bereits erwähnt von vielen Eisbergen belagert ist.
Wir starten in Richtung Mittarfigoq, dem Helikopterplatz am Icefjord Centre. Die Länge der Strecke wird mit 2,7 km angegeben. Na mal sehen.

Nach einigen Stufen, die natürlich nach oben führen, müssen wir uns erst einmal orientieren. Durch dem
n vielen Schneefall letzte Nacht, ist nämlich kein Weg zu erkennen. Nur in weiter Ferne ein gelber Punkt. Ein Hinweis, dass es in diese Richtung gehen muss. Nach ein paar Schritten stecken wir schon knietief im Schnee. Eine Konstellation die wir ja schon kennen und so lassen wir uns davon nicht aufhalten.



Die Steine die hier herumliegen sind alle samt rutschfest und wenn man sich auf ihnen bewegt, kann nichts passieren. Außer man achtet nicht auf die kleinen Eisflächen vor ihnen, dann liegt man in sekundenschnelle auf dem Boden.
Der Weg führt die ganze Zeit am Fjord entlang. Wir machen unzählige Foto- und Videopausen. Der heutige Ausblick auf den Fjord ist der schönste, den wir in den vergangenen Tagen hier gesehen haben.



Es ist unbeschreiblich schön und nicht in Worte zu fassen. Nach jeder Kurve oder Anhöhe taucht ein noch schönerer Teil des Fjords auf. Die Farben der Eisberge glitzern in der Sonne, , die umherfahrenden Boote runden das Panorama ab. Die Richtung in die wir laufen, ist genau die Richtige, da sich die Szenerie immer faszinierender wird.

Leider ist der gelbe Punkt, der den Weg der gelben Route anzeigt, für Heidi und mich nicht immer sichtbar, so dass wir uns auch einmal verlaufen und vor einem großen Anhang stehen. Hier geht es nicht weiter. Zum Glück treffen wir Jule und Tobi, die uns auf den rechten Weg zurück führen.




Die gelbe Route zeigt definitiv die schönsten Seiten des Eisfjords und damit ist sie unsere Nummer eins. Eigentlich wollen wir gar nicht hier weg, wissen wir doch, dass wir diesen Ausblick für lange Zeit nicht mehr erleben dürfen.




Insgesamt sind wir knapp drei Stunden unterwegs, zurückgelegt haben wir dabei 3,5 km - wir haben uns ja schließlich verfranzt.
Am Icefjord Centre, das wir mit Missachtung strafen, setzen wir den Heimweg vorbei an den Schlittenhunden fort. Die liegen alle eingekuschelt im Schnee und schlafen.
Bei Brugseni kaufen wir Abendessen für morgen und ein paar Kaltgetränke, dann geht's mit dem Taxi zurück.
Ich habe wieder Rücken, Füße und Hals. Und Durst. Wir schauen bei einem Tuborg Jules und Tobis Drohnenvideos an und kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.
Die jungen Leute gehen noch einmal zum Souvenirshop, während wir das Abendessen, Pasta Bolognese vorbereiten.

Nach einer heißen Dusche, unter der ich am liebsten eine Stunde verweilen würde, essen wir und sitzen danach noch zusammen und lassen den letzten Abend in Ilulissat ausklingen.
Die Zeit die wir in Grönland verbrachten, war von der Dauer genau richtig. Wir konnten alles sehen oder unternehmen, was wir uns vorgenommen hatten. Und die Erwartungen wurden mehr als erfüllt.


Jannik holt uns morgen 12:30 Uhr ab und fährt uns zum Flughafen, wo es 13:55 Uhr wieder nach Kangerlussuaq geht. Dort sehen wir dann am Abend hoffentlich noch einmal Polarlichter. Der Wetterbericht zeigt bereits klaren Himmel und damit optimale Voraussetzungen an!




Ein schöner letzter Tag, den wir gold richtig geplant haben zum Schluss. Eine wunderschöne Zeit geht nun in Ilulissat zu Ende. Reich an neuen Erlebnissen und lustigen Abenden 😃 Ein großen Dank an beide Männer....super organisiert. Vielen Dank 🤗
Schwierig im Schnee gelbe Steine zu sehen. Aber ging ja gut.😁
Dann schlaft schön.
Guten Flug.
Liebe Grüße aus Köpenick. 😘