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Camster Grey Cairns – Dunrobin Castle – Grantown-on-Spey (Highlands)

Aktualisiert: 12. Juli 2023


26. August 5:00 Uhr stehe ich auf, fit wie ein Turnschuh und dusche mich etwas kälter um zu mir zu kommen. Heidi hat schon alles zusammen gepackt und so starten wir 5:40 Uhr Richtung Fähre.


Nach drei Minuten sind wir da, wir erhalten unsere Tickets und kurz nach 6:00 Uhr sitzen wir schon in den gemütlichen Sesseln der Northlink Ferry. Man kann auch schon ab 22:00 Uhr auf die Fähre und die Nacht in einer Kabine verbringen. Keine schlechte Option.


Punkt 6:30 Uhr verlassen wir die Orkney Inseln. Vorbei am Old man of Hoy nehmen wir Kurs auf die Highlands, nach Scrabster.

Wir holen uns Kaffee und frühstücken mit den gestern gekauften Sandwiches. Nach 100 Minuten fahren wir von der Fähre und danach die North Coast 500 Richtung Inverness (A9).


Die Straßen werden langsam aber sicher wieder schlechter. Das Navi sagt uns, dass wir gegen 13:00 Uhr unser Ziel erreichen werden. Das ist uns natürlich viel zu früh. Also bauen wir noch zwei Reisebausteine in die Tour ein.


Zuerst besuchen wir die Camster Grey Cairns, zwei prähistorische Gräber in der Nähe von Lybster. Davon fährt man wieder fünf Meilen Single Track. Nicht nur, dass die Straße sehr eng ist, es liegen auch faule Schafe auf ihr. Und die machen so gar keine Anstalten aufzustehen. Man muss sie schon sehr penetrieren, um sich den Weg freizuräumen.


Die Gräber liegen in mitten einer großen Graslandschaft, die auch von Schafen in Beschlag genommen und dem entsprechend voll mit ihren Exkrementen ist. Der Parkplatz ist für ca. fünf Autos ausgelegt, wir sind heute die einzigen.

Wir hüpfen auf den noch grünen Stellen zuerst zum Langgrab. Das hat zwei Eingänge, die allerdings sehr eng sind. Man kommt fast nur kriechend in das Innere des Grabes. Heidi schafft es und macht einige Fotos. Der zweite Eingang ist allerdings auch ihr zu eng. Die Gräber sind mit Steinen als Hügel errichtet, hierher zogen sich die Steinzeitmenschen um zu sterben.


Das Rundgrab hat einen Eingang, auch hier passen wir nicht durch, aber die aufgestellten Bilder zeigen, wie es in der Grabkammer aussieht.


Auf unserem weiteren Weg liegt auch das Dunrobin Castle. Es soll Schloss Neuschwanstein ähneln und befindet sich 50 Meilen vor Inverness. Es öffnet 10:30 Uhr seine Tore, unser Navi sagt uns eine Ankunftszeit von 10:32 Uhr voraus. Perfekt. Das Schloss ist schon von Weitem zu sehen, der Parkplatz verfügt über 200 Plätze für Autos und einige für Busse.

Als wir zwei Stunden später das Gelände verlassen, sind fast keine freien Plätze vorhanden. Jetzt aber noch. Der Eintritt ist mit 11 Pfund relativ human. Dafür kann man zusätzlich den Garten bestaunen und an einer Falkner Show teilnehmen. Das Schloss selbst hat 189 Zimmer, einige davon kann man bewundern.


Man bekommt einen ungefähren Eindruck, wie sich das Leben damals hier abgespielt haben muss. Das Dunrobin hat für mich, das Dunvegan von der ersten Position verdrängt, hier ist alles noch authentischer und besser erhalten.


Der Garten erinnert an Sanscoussi, Hecken unterteilen die einzelnen Gebiete. Es gibt Riesen-Rhabarber (hier auch scherzhaft Dino Food genannt) und herrlich duftende, englische Rosen. Die Falkner Show ist die beste, die ich je gesehen habe. Ich mag so etwas eigentlich nicht und nerve Heidi zuvor mit langweilig-Gemaule, muss mich dann aber eines Besseren belehren lassen.


Ein sehr interessanter Vortrag mit vielen Show- und Slapstikeinlagen. Die letzten 85 Meilen verlaufen ereignislos, wenn man mal von der schönen Natur absieht. Es ist teilweise zweispurig - das erste Mal für uns in Schottland, der Straßenbelag wird dadurch aber nicht besser.


Gegen 15:00 Uhr kommen wir nach Grantown-on-Spey. Doch was ist das? Stau! Schuld daran ist das alljährliche Treffen von Harley-Davidson Bikern aus aller Welt. Sie treffen sich hier gegen14:00 Uhr und brechen danach alle gemeinsam 16:00 Uhr auf. Wohin weiß ich nicht mehr.


Wir jedenfalls stauen uns langsam aber unsicher zu unserem B&B. Wir beziehen unser Zimmer und gehen schnell noch einmal in die Innenstadt um das Biker Feeling zu schnuppern und auch gleich für den Abend ein Tisch in einem Restaurant zu bestellen.


Die ganze Stadt ist wohl auf den Beinen, unzählige Willkommensgrüße hängen an den Fenster, Stände mit Ess- und Trinkbaren sind am Straßenrand aufgebaut. 16:00 Uhr verlassen die Bikes mit lautem Knattern die Stadt, jetzt ist es wieder ruhig - bis zum nächsten Jahr.


Wir reservieren im Garth Hotel für 19:00 Uhr, und da wir keinen Aushang für das Menü gefunden haben, lassen wir uns einfach mal überraschen. Zusätzlich reservieren wir im WeePuffin für 20:15 Uhr - eher war da nix. Natürlich haben wir schon vor 19:00 Uhr Hunger, denn wir haben ja seit heute früh nichts mehr gegessen.


Also spazieren wir 18:00 Uhr los und gucken was es so gibt. Im WeePuffin sind noch Tische frei, also gehen wir hinein, setzen uns und können ohne Probleme bestellen. Das dauert zwar seine Zeit, da sie hier nicht so die Schnellsten sind, aber wir haben ja genug Zeit und freundlich sind auch alle.


Ich trinke leckeres Scout von der Isle of Skye und Heidi ein Half Pint der Region. Zur Vorspeise nehmen wir sensationelle Chicken Wings - auf jeden Fall ein Tipp. Der Maine Course beinhaltet für Heidi Steak and Ale Pie und ich teste die Fish and Chips. Das Ferry Inn in Stromness hat danach immer noch den ersten Platz sicher. Aber insgesamt schmeckt alles sehr gut, es sind große Portionen und wir danach ganz schön satt. Im Zimmer nehmen wir noch einen Schlummertrunk und schlafen dann beim Kommissar ein.

Übrigens war es in unserem gesamten Schottland Urlaub auf allen Fährüberfahrten windstill und meist auch sonnig. Da sag noch einer, die haben hier nur schlechtes Wetter.


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