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Auf Glühweinjagd zwischen Oder und Moldau

vor 46 Minuten
5 Min. Lesezeit



Vier Weihnachtsmärkte, vier Städte – unsere Weihnachtsreise durch Polen & Tschechien.


Weihnachten einmal anders.

Statt in der Vorweihnachtszeit nur einen Weihnachtsmarkt vor der eigenen Haustür zu besuchen, haben wir uns diesmal etwas Besonderes vorgenommen: Wir fahren nach Polen und Tschechien – und schauen uns gleich vier der schönsten Weihnachtsmärkte der beiden Länder an.

Unsere Route führt uns nach Prag, Wrocław (Breslau), Kraków (Krakau) und Gdańsk (Danzig).

Und weil wir es gerne entspannt angehen, bleibt das Auto zu Hause. Wir fahren mit dem Zug. Moment! Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wir hoffen nicht und vertrauen auf die tschechische und polnische Bahn.


Von Berlin nach Prag

Los geht's in Berlin! Unsere erste Etappe auf dieser winterlichen Reise ist die Goldene Stadt Prag. Die Vorfreude ist groß, schließlich warten auf uns nicht nur wunderschöne Gassen und historische Plätze, sondern natürlich auch die ersten Weihnachtsmärkte.


Für die Anreise haben wir uns diesmal für die tschechische Staatsbahn entschieden. Und siehe da: Die ist nicht nur preiswerter als die Deutsche Bahn, sondern bietet auch noch erstaunlich kundenfreundliche Bedingungen. Für gerade einmal drei Euro können wir unsere gesamte Reise bis einen Tag vor Reisebeginn stornieren. Da kann man wirklich nicht meckern!

Unser Zug, der RJ 383, startet übrigens in Kopenhagen und macht sich über Hamburg, Berlin und Dresden auf den Weg nach Prag. Eine schöne internationale Verbindung, bei der wir uns einfach zurücklehnen und die Landschaft an uns vorbeiziehen lassen können.

Besonders erfreulich wird es für Reisende im fortgeschrittenen Alter: Wer mindestens 65 Jahre auf dem Buckel hat, bekommt bei der tschechischen Bahn satte 30 Prozent Rabatt. Na bitte, es geht doch! Da fragt man sich unweigerlich, warum die Deutsche Bahn nicht einmal über die Grenze schaut und sich eine Scheibe davon abschneidet. Schließlich haben auch Rentner noch Lust zu reisen – und müssen dabei nicht unbedingt ihr ganzes Erspartes auf der Strecke lassen.

Aber genug der Bahnpolitik. Prag wartet auf uns, und wir haben schließlich noch einiges vor.

Wenn man in Prag einen Weihnachtsmarkt besucht, kommt man am Altstädter Ring eigentlich nicht vorbei. Hier befindet sich der größte und wohl auch bekannteste Weihnachtsmarkt der Stadt.

Mitten auf dem historischen Marktplatz steht ein riesiger, festlich geschmückter Weihnachtsbaum, der mit unzähligen Lichtern und Kugeln erstrahlt. Besonders in den Abendstunden, wenn die Beleuchtung eingeschaltet wird, verwandelt sich der gesamte Platz in eine zauberhafte Weihnachtskulisse.

Weihnachtsmärkte
Weihnachtsmarkt Prag

Doch der Altstädter Ring hat noch viel mehr zu bieten als seinen Weihnachtsmarkt. Schließlich befinden wir uns mitten im historischen Herzen Prags. Gleich neben dem Markt erhebt sich die imposante Teynkirche mit ihren beiden markanten Türmen, die wie aus einem Märchenbuch herauszuragen scheinen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das historische Rathaus mit seiner berühmten astronomischen Uhr. Zu jeder vollen Stunde versammeln sich hier zahlreiche Besucher, um das kleine Schauspiel der zwölf Apostel zu beobachten.

In der Mitte des Platzes steht das Denkmal von Jan Hus, dem böhmischen Reformator. Und rundherum bilden die prächtigen historischen Bürgerhäuser eine beeindruckende Kulisse. Es ist fast so, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Das alles habe ich schon viele Male gesehen, allerdings noch nicht in der Weihnachtszeit. Ich bin gespannt.


Weiter nach Wroclaw.

Unsere nächstes Ziel ist Wrocław, das frühere Breslau.

Schon der Name macht neugierig, denn Breslau gehört für uns zu den Städten, die wir unbedingt einmal in der Weihnachtszeit erleben möchten. Der riesige Rynek, die historischen Häuser rund um den Marktplatz und die vielen kleinen Gassen dürften mit ihren Lichtern eine ganz besondere Atmosphäre verbreiten.

Wir sind gespannt, ob Wrocław seinem Ruf als einer der schönsten Weihnachtsmärkte Polens gerecht wird.

Eines ist jedenfalls sicher: Wir werden uns Zeit nehmen.

Ein bisschen über den Markt schlendern, die Buden anschauen, polnische Spezialitäten probieren und natürlich den einen oder anderen Grzaniec, den polnischen Glühwein, testen.

Und wer weiß – vielleicht begegnet uns unterwegs auch einer der berühmten kleinen Breslauer Zwerge. Davon soll es schließlich mehr als 800 in der Stadt geben.

Nach ein paar Tagen in Wrocław geht es weiter. Nicht mit dem Auto, sondern wieder mit dem Zug.

Das war von Anfang an Teil unseres Plans: Alle drei Städte verbinden wir mit direkten Zugverbindungen. Kein Umsteigen, kein Koffer schleppen über irgendwelche Bahnsteige und kein Stress mit dem Verkehr.


Unser nächster Halt heißt Kraków.

Krakau ist eine Stadt, die wir ohnehin schon lange auf unserer Liste haben. Aber zur Weihnachtszeit muss die Stadt noch einmal ganz anders wirken.

Der Rynek Główny – einer der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas – wird zum Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes. Die Tuchhallen, die Marienkirche und die historischen Häuser bilden dabei eine Kulisse, die wahrscheinlich kaum zu toppen ist.

Hier wollen wir natürlich ebenfalls ausgiebig über den Markt bummeln.

Weihnachtsmarkt Krakow
Weihnachtsmarkt Krakow

Und wir haben uns vorgenommen, uns einmal quer durch die polnische Weihnachtsküche zu probieren.

Pierogi, Oscypek, Wurst, Süßigkeiten und natürlich wieder Grzaniec.

Eine gewisse Kalorienfreiheit für Weihnachtsreisen wäre eigentlich noch eine gute Erfindung.

Und dann kommt der große Sprung auf unserer Reise.

Nach Wrocław und Kraków geht es weiter nach Norden.


Von Krakau an die Ostsee


Unser Ziel: Gdańsk – Danzig.

Auch diese Strecke fahren wir direkt mit dem Zug.

Danzig wird wahrscheinlich noch einmal ein ganz anderes Erlebnis.

Die wunderschöne historische Altstadt mit ihren prächtigen Häusern, den engen Gassen und dem maritimen Flair ist ohnehin etwas Besonderes. Im Advent kommen dann die Weihnachtsbeleuchtung und die festlich geschmückten Marktstände dazu.

Und genau dieser Gegensatz gefällt uns an unserer Reise besonders:

Wir starten in Prag, begeben uns dann nordöstlich nach Breslau, fahren weiter nach Krakau und landen schließlich ganz im Norden an der Ostsee.


Was wird unser persönlicher Favorit?

Das wissen wir natürlich noch nicht. Vier Städte, vier Weihnachtsmärkte und jede Menge Gelegenheit, sich überraschen zu lassen.


Prag macht mit seinem prächtigen Altstädter Ring und der märchenhaften Kulisse der Goldenen Stadt den Anfang. Wrocław (Breslau) lockt mit seinem weihnachtlichen Lichterglanz, Krakau mit seinem historischen Marktplatz und Danzig mit einer wunderschönen Altstadt und seiner Nähe zur Ostsee.


Welcher Weihnachtsmarkt am Ende das Rennen macht, wird sich zeigen. Wir lassen uns treiben, genießen die Atmosphäre, probieren uns durch die kulinarischen Angebote und trinken sicher auch den einen oder anderen Glühwein.


Am Ende küren wir unseren ganz persönlichen Weihnachtsmarkt-König!


Genau das ist ja das Schöne an der Reise, die noch vor uns liegt: Wir wissen noch nicht, was uns erwartet.

Wir können planen, Zugverbindungen heraussuchen, Hotels buchen und uns die schönsten Sehenswürdigkeiten anschauen.

Aber wie sich die Städte im Dezember tatsächlich anfühlen, wie die Märkte aussehen, wie kalt es sein wird und welcher Grzaniec uns am besten schmeckt – das werden wir erst vor Ort erfahren.

Und natürlich werden wir die Reise hier festhalten.


Wir sind gespannt, welche Stadt am Ende unser persönlicher Weihnachtsfavorit wird.


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