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Antio Hellas

vor 14 Stunden
3 Min. Lesezeit


06. Oktober - Ein letzter Kaffee auf der Terrasse. Ein letzter Blick durch das Zimmer, ob wir auch wirklich nichts vergessen haben – denn erfahrungsgemäß tauchen vergessene Ladegeräte, Sonnenbrillen oder sonstige Kleinigkeiten immer erst auf, wenn man schon 500 Kilometer entfernt ist.

Koffer.
Koffer.

Gegen zehn Uhr ist es dann tatsächlich so weit. Die Koffer sind verstaut, die Türen geschlossen und wir sitzen im Auto. Noch einmal ein wehmütiger Blick auf Nikiti und schon rollen wir langsam aus dem Ort hinaus. Noch einmal vorbei an den vertrauten Straßen, unserem Fischdealer und dem Supermarkt. In der Bäckerei gegenüber bestellen wir zwei süße Teilchen, setzen uns damit auf die Terrasse und genießen sie.

Süßkram.
Süßkram.

Unser nächstes Ziel ist der öffentliche Parkplatz am Perea Beach, etwa 15 Kilometer vor Thessaloniki. Google Maps verspricht uns dafür großzügige 90 Minuten Fahrzeit. Na dann.


Wieder machen wir Bekanntschaft mit der eher unorthodoxen Fahrweise griechischer Fahrzeughalter. Blinker scheinen auch auf den letzten Kilometern unseres Griechenland-Urlaubs weiterhin als Luxus zu gelten, und bei manchen Überholmanövern frage ich mich kurz, ob wir gerade an einem griechischen Motorsport-Casting teilnehmen.


Trotzdem erreichen wir völlig unversehrt gegen 12 Uhr Perea. Damit hätten wir auch diese vorletzte griechische Autofahrt erfolgreich überstanden.


Die Sonne scheint schon ziemlich kräftig. Also laufen wir noch einmal am Strand entlang, mit Blick auf die Ägäis und ihr türkisfarbenes Wasser.


Auf der Mole stehen einige Fischer, die ihre Angeln ausgeworfen haben und geduldig auf den großen Fang hoffen. Endlos viele von ihnen haben wir in den letzten Wochen beobachten können. Allerdings habe ich bei keinem einzigen jemals gesehen, dass er tatsächlich einen Fisch gefangen hat. Vielleicht erkaufen sie sich mit diesem Hobby einfach ein paar Stunden Freizeit, damit sie von ihren Frauen nicht zu irgendwelchen anderen Arbeiten berufen werden. Man muss schließlich Prioritäten setzen.


Wir setzen uns an einen Tisch ganz in der Nähe des Wassers und bestellen ein letztes Mal frittierte Anchovis und Tzatziki. Dazu gibt es einen eiskalten Weißwein, den Heidi wieder ganz alleine trinken muss. Irgendjemand muss sich schließlich opfern.


Gut gestärkt machen wir uns auf die letzten zehn Kilometer zum Flughafen Thessaloniki. Bei Budget geben wir unseren Mietwagen ab und fahren mit dem Shuttlebus die zwei Kilometer bis zum Flughafengebäude.


Hier geht alles erstaunlich schnell. Nach einer Minute sind wir unsere Koffer los, und auch der Sicherheitscheck ist nach knapp zwei Minuten erledigt. So schnell haben wir das selten erlebt.

Budget Station.
Budget Station.

Wir suchen uns eine Lounge, in der wir mit unserem Priority Pass Einlass erhalten. Sie befindet sich am Gate 10. Was uns dort erwartet, ist allerdings die mit Abstand schlechteste Lounge, die wir bisher gesehen haben. Das kulinarische Angebot ist eher überschaubar und mit unseren bisherigen Lounge-Erfahrungen nicht annähernd zu vergleichen.


Dafür gibt es einen Raum mit Liegen. Und genau das kommt uns jetzt ganz gelegen. Also verbringen wir die letzten anderthalb Stunden vor dem Boarding dort und ruhen uns noch ein wenig aus.

Aegean Airlines.
Aegean Airlines.

Boarding und Abflug beginnen pünktlich und um 18:30 Uhr landen wir sicher wieder am BER. Dreißig Minuten später halten wir bereits unsere Koffer in den Händen. Weitere 15 Minuten später sitzen wir in Tobis Auto und werden von ihm Richtung Heimat gefahren.


Vielen Dank dafür!


Zu Hause angekommen, merken wir dann doch ziemlich schnell, dass es hier bedeutend kühler ist als im warmen Griechenland. Aber auch das hat etwas Gutes. Schließlich haben wir jetzt wenigstens wieder die Möglichkeit, Glühwein oder Rumtopf zu trinken.


Und damit ist unser Griechenland-Abenteuer 2026 tatsächlich vorbei. Zwei Wochen, 1550 Kilometer, jede Menge Sonne, Meer, gutes Essen, Wanderungen, kleine Abenteuer – und natürlich die eine oder andere Geschichte, die wir so schnell nicht vergessen werden.


Griechenland, wir kommen bestimmt wieder. Aber jetzt heißt es erst einmal: Jacke an.



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