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Der letzte Fisch, das letzte Bad und drei Kreuze.

vor 10 Minuten
3 Min. Lesezeit


05. Oktober - Heute ist er tatsächlich da: unser letzter ganzer Tag in Griechenland.


Und natürlich zeigt es sich noch einmal von seiner besten Seite. Wolkenloser Himmel, angenehme Temperaturen und Sonnenschein satt. Was will man mehr?


Unser Programm für heute ist schnell erzählt: faulenzen, baden, Abendessen kochen und Koffer packen. Also eigentlich genau das, was man sich unter einem entspannten letzten Urlaubstag vorstellt.


Und rückblickend machen wir tatsächlich drei Kreuze, dass wir unsere Unterkunft noch einmal tauschen konnten. Nicht auszudenken, wir hätten sieben Nächte in der ersten Bude verbringen müssen. Jeden Morgen aufzuwachen und schon beim ersten Blick aus dem Fenster zu denken: Na toll, hier sind wir also wieder. Urlaub sieht irgendwie anders aus.

So aber können wir unseren letzten Tag noch einmal richtig genießen.


Der letzte Fischkauf

Bevor es allerdings mit dem gemütlichen Teil losgeht, schwinge ich mich noch einmal ins Auto und fahre zu unserem Fischladen.

Die Strecke kenne ich mittlerweile bestens. Knapp zwei Kilometer liegen vor mir. Zwei Kilometer auf einer engen, kurvenreichen Straße, die mit Schlaglöchern übersät ist und bei der man jederzeit damit rechnen muss, dass einem ein griechischer Autofahrer entgegenkommt und spontan beschließt, dass die gegnerische Fahrbahnseite offenbar viel interessanter ist.

Ich fahre also vorsichtig.

Sehr vorsichtig.

Eigentlich fahre ich so vorsichtig, dass man mich vermutlich schon von hinten für einen Fahrschüler hält.

Aber bisher ist ja alles gut gegangen. Warum sollte ausgerechnet heute etwas passieren?

Also kaufe ich noch einmal zwei schöne Wolfsbarsche für unser letztes Abendessen. Dazu geht es noch in den Supermarkt, wo ich einen Strauß frischen Dill ergattere.

Wolfsbarsch.
Wolfsbarsch.
Entschuppen.
Entschuppen.

Den Rest haben wir noch zu Hause.

Unser Plan ist simpel: Bis morgen früh muss alles weg sein.

Eine Art kulinarische Punktlandung.

Wir wollen schließlich nichts nach Deutschland zurückschmuggeln. Schon gar keine halbe Gurke.

Heute passiert einfach mal gar nichts


Danach beginnt der eigentliche Höhepunkt des Tages:

Nichts.

Und das machen wir richtig gut.

Wir lümmeln auf unserer Terrasse herum, trinken alkoholfreien Gin Tonic und lesen in unseren Büchern. Die Sonne scheint, kein Lüftchen bewegt sich und die Temperaturen sind genau richtig.

Irgendwann wird es uns allerdings zu warm.

Also greifen wir zu unseren Campingstühlen und marschieren die ungefähr 100 Meter zum Strand.

Und was erwartet uns dort?

Fast niemand.

Der Strand gehört heute praktisch uns.

Wir haben Sand, Meer und Ruhe.

Mehr braucht man eigentlich nicht.

Heidi macht es sich gemütlich, ich natürlich auch. Wir schauen aufs Meer, genießen die Sonne und sind uns einig: So kann ein letzter Urlaubstag aussehen.

Nach ungefähr einer Stunde ändert sich allerdings die Lage.


Plötzlich kommt ordentlich Wind auf.

Und mit dem Wind kommen die Wellen.

Eigentlich gar nicht schlecht. Das Meer sieht dadurch sogar noch interessanter aus. Allerdings bringt der Wind auch eine gehörige Abkühlung mit sich.

Und irgendwann sitzen wir da und denken beide:

Schön ist es ja – aber warm war gestern.


Also packen wir unsere Sachen und ziehen uns wieder auf unsere windgeschützte Terrasse zurück.

Dort gibt es Kaffee und Eis.

Und natürlich wird geredet.

Über die vergangenen Tage, über die vielen Kilometer, die Wanderungen, Strände, Tavernen, Fisch, Gyros, Wein und natürlich über die eine oder andere Unterkunft, die wir lieber nicht noch einmal kennenlernen möchten.


Der letzte Wolfsbarsch

Am Abend ist dann mein letzter Einsatz am Herd angesagt.

Ich brate unsere beiden Wolfsbarsche.

Heidi übernimmt den griechischen Salat und zaubert damit gleichzeitig den letzten kulinarischen Griechenlandbeitrag dieses Urlaubs auf den Tisch.


Der letzte Abend.

Die letzten Sonnenstrahlen.

Das letzte griechische Abendessen.


Morgen heißt es dann wieder Koffer ins Auto, ab zum Flughafen und zurück nach Deutschland.

Einerseits freuen wir uns darauf, wieder nach Hause zu kommen.

Andererseits sitzen wir hier und denken:

Verdammt, schön war es schon.

Aber so ist das eben mit dem Urlaub.

Man fährt hin, erlebt jede Menge, flucht gelegentlich über Straßen, Autos und Unterkünfte, wandert sich die Beine müde, badet im Meer, isst sich durch die griechische Küche – und plötzlich ist alles wieder vorbei.


Bleibt nur noch eine wichtige Frage:

Haben wir wirklich alles verbraucht? Wenn morgen früh nichts mehr im Kühlschrank liegt, haben wir alles richtig gemacht.


Aber jetzt heißt es erst einmal:

Koffer packen, Abschied nehmen und ab nach Hause.


Aber mit dem Versprechen: Hellas, wir kommen wieder!



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