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Moules-frites & Kriek




Es ist vollbracht – seit dem 1. Juli gehören Heidi und ich offiziell zur Spezies „Retired Couple“.


Zum ersten Mal seit Jahrzehnten bestimmt kein Arbeitgeber mehr unseren Kalender. Wir müssen nicht mehr überlegen, ob wir für eine Reise genügend Urlaubstage haben oder ob der Chef gerade schlechte Laune hat. Wenn uns heute nach einer spontanen Tour ist, packen wir den Koffer – und fahren los.

Natürlich stellte sich sofort die Frage: Wo soll die erste Reise als Rentner hingehen?


Anstatt lange nach neuen Zielen zu suchen, haben wir erst einmal in unseren Erinnerungen gestöbert. Dabei fiel uns auf, dass es einige Länder gibt, die wir unbedingt noch einmal besuchen möchten.

Ganz weit oben auf der Liste: Belgien.


Kaum zu glauben, aber unser letzter Besuch liegt inzwischen 32 Jahre zurück. Damals waren wir noch jung und schön und hatten noch Berit und Tobias als Reisebegleiter dabei.

Wir hatten deutlich weniger Falten, dafür aber umso mehr Haare – und das Navi bestand aus einer Straßenkarte, die grundsätzlich genau dann zusammengefaltet werden musste, wenn man eine Kreuzung suchte.


Belgien hat uns damals vom ersten Moment an begeistert. Die wunderschönen Altstädte mit ihren historischen Häusern, romantischen Grachten und gemütlichen Marktplätzen hatten einen ganz besonderen Charme. Man konnte stundenlang durch die Gassen schlendern und hinter jeder Ecke etwas Neues entdecken.


Mindestens genauso beeindruckend fanden wir die damals nahezu komplett beleuchteten Autobahnen. Nachts durch Belgien zu fahren fühlte sich an, als wäre das ganze Land festlich illuminiert. Für uns war das damals fast schon futuristisch.


Und dann war da natürlich das Essen. Ach, Belgien…

Wer einmal einen großen Topf dampfender Muscheln mit einer Portion knuspriger belgischer Fritten gegessen hat, versteht sofort, warum viele Belgier ihre Küche mit Stolz verteidigen. Dazu ein frisch gezapftes belgisches Bier – mehr braucht es eigentlich nicht, um glücklich zu sein. Na gut, vielleicht noch einen Nachtisch mit echter belgischer Schokolade. Oder Hasselt Kaffee.


Jetzt, nach über drei Jahrzehnten, wollen wir herausfinden, ob sich unsere Erinnerungen mit der Realität decken. Sind die Altstädte noch genauso bezaubernd? Schmecken die Muscheln noch genauso gut? Gibt es die berühmten beleuchteten Autobahnen überhaupt noch?

Wir werden es bald erfahren.


Eines hat sich allerdings in den letzten 32 Jahren definitiv geändert: Heute starten wir mit etwas mehr Komfort, ohne Kinder und vermutlich häufigerem Griff zur Lesebrille.

Aber die Lust aufs Reisen? Die ist zum Glück keinen einzigen Tag gealtert.




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