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Meine ganz persönlichen Top 20 

20.

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Singapur

Lange habe ich überlegt, ob Singapur überhaupt einen Platz in meiner persönlichen Liste verdient.

Eigentlich ist diese Stadt genau das Gegenteil von dem, was mich auf Reisen begeistert. Ich mag keine Städte, die am Reißbrett entstanden sind, in denen alles sauber, ordentlich und perfekt organisiert ist. Städte, in denen scheinbar alles funktioniert, vieles geregelt ist und man manchmal das Gefühl bekommt, dass selbst das Chaos hier eine Genehmigung braucht.


Und dann ausgerechnet Singapur! Eine Stadt, die so gar nicht dem entspricht, was ich sonst an Südostasien liebe. Wer das ursprüngliche, manchmal chaotische, laute und unvollkommene Asien sucht, muss hier schon genauer hinschauen. Singapur wirkt modern, durchorganisiert und stellenweise fast ein wenig steril. Hier scheint vieles seinen festen Platz zu haben. Spontanes Durcheinander, wie ich es aus anderen Teilen Asiens kenne und durchaus schätze, findet man deutlich seltener.


Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – übt Singapur eine gewisse Anziehungskraft auf mich aus. Denn so ganz lässt sich die Stadt nicht auf ihre Ordnung und Sauberkeit reduzieren. Sie hat durchaus ihren Reiz, und ich musste mir eingestehen, dass man auch Orte mögen kann, die eigentlich gar nicht ins eigene Beuteschema passen.


Besonders beeindruckt hat mich die Architektur. Singapur zeigt, was möglich ist, wenn auf engstem Raum geplant, gebaut und gestaltet wird. Hier wurde nicht einfach nur in die Höhe gebaut, sondern versucht, möglichst viel aus dem begrenzten Platz herauszuholen. Moderne Wolkenkratzer, außergewöhnliche Gebäude, begrünte Fassaden und spektakuläre Bauwerke stehen dicht nebeneinander. Manchmal fragt man sich tatsächlich, was Architekten und Stadtplaner als Nächstes aus dem Hut zaubern wollen.


Dabei ist es gerade dieser Kontrast, der die Stadt interessant macht. Zwischen der futuristischen Architektur und den gewaltigen Hochhäusern gibt es noch immer Spuren des alten Singapur. Historische Häuser, traditionelle Viertel und kleine Gassen erinnern daran, dass diese Stadt nicht schon immer so ausgesehen hat. Zugegeben, vom ursprünglichen Singapur ist nur noch ein vergleichsweise kleiner Teil erhalten. Aber gerade deshalb finde ich diese Ecken spannend. Sie geben der Stadt ein Gesicht, das zwischen all den modernen Fassaden sonst manchmal verloren zu gehen droht.

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