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Meine ganz persönlichen Top 20 

9.

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Schottland

Was mich an Schottland besonders fasziniert, sind die Highlands.

Grüne Täler, gewaltige Berge, dunkle Seen, weite Heideflächen und Straßen, die sich durch eine Landschaft schlängeln, bei der ich am liebsten alle paar Minuten anhalten würde. Hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick. Manchmal liegt Nebel über den Bergen, manchmal bricht die Sonne durch die Wolken, und plötzlich sieht die ganze Welt wieder anders aus.


Besonders die Isle of Skye hat es mir angetan. Der Old Man of Storr, die Küstenlandschaften, Kilt Rock und die kleinen Orte am Wasser sind genau das, weshalb ich so gern reise. Ich möchte nicht nur von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten fahren, sondern die Landschaft erleben. Und Schottland liefert davon reichlich.


Natürlich gibt es dabei ein kleines Problem: Man kann nicht überall gleichzeitig sein. Und wenn ich einen schönen Ausblick entdecke, möchte ich am liebsten stehen bleiben, fotografieren und die Umgebung genießen. Mein sorgfältig ausgearbeiteter Zeitplan sieht das gelegentlich anders. Aber was soll’s – schließlich bin ich im Urlaub und nicht auf der Flucht.


Schottland ist für mich auch ein riesiges Freilichtmuseum. Edinburgh Castle, Eilean Donan Castle, Dunrobin Castle und Blair Castle sind nur einige der Orte, die mich beeindruckt haben. Diese alten Gemäuer stehen nicht einfach nur in der Landschaft herum. Sie erzählen Geschichten von Königen, Clans, Machtkämpfen und einer Vergangenheit, die das Land bis heute prägt.


Besonders spannend finde ich die prähistorischen Stätten. Die Callanish Stones auf der Isle of Lewis, der Ring of Brodgar und die Standing Stones of Stenness auf Orkney lassen mich staunen. Menschen haben diese gewaltigen Steine vor Tausenden von Jahren aufgestellt, und noch heute wissen wir nicht über alle Einzelheiten ihrer Bedeutung Bescheid. Ich finde solche Orte faszinierend. Man steht davor und fragt sich unwillkürlich, wie die Menschen damals gelebt, gearbeitet und gedacht haben.


Dass ausgerechnet ein Sonntag dafür sorgen kann, dass sämtliche Besichtigungsziele geschlossen sind, gehört allerdings zu den weniger romantischen Erkenntnissen meiner Reise. Da steht man früh auf, freut sich auf den Tag und stellt dann fest, dass man die ganze Planung eigentlich hätte vergessen können. Aber auch das ist Schottland. Und eine gute Geschichte für später ist es allemal.


Wer Schottland wirklich kennenlernen möchte, sollte sich Zeit für die Inseln nehmen. Skye, Lewis, Harris und Orkney haben jeweils ihren eigenen Charakter. Besonders die Fährfahrten gehören für mich zum Erlebnis dazu. Sie sind nicht nur ein notwendiges Transportmittel, sondern eröffnen immer wieder neue Perspektiven auf die Küsten und das Meer.


Auf Harris haben mich die Strände überrascht. Heller Sand und türkisfarbenes Wasser – Bilder, die man eher mit der Karibik verbindet als mit Schottland. Nur die Wassertemperatur dürfte deutlich weniger karibisch gewesen sein. Man kann eben nicht alles haben!


Auch die Straßen gehören zu den Erinnerungen, die bleiben. Single Tracks, schmale Ausweichstellen und gefühlt endlose Kilometer durch die Highlands verlangen Konzentration. Anfangs muss ich mich immer wieder daran erinnern, auf der linken Straßenseite zu fahren. Und wenn dann auch noch eine einspurige Straße vor mir liegt, obwohl ich eigentlich eine bequemere Route gewählt hatte, wird die Sache nicht unbedingt entspannter.


Aber genau solche Erlebnisse gehören für mich zum Roadtrip. Ich möchte unabhängig unterwegs sein, spontan anhalten und auch einmal eine Strecke fahren, die nicht auf jeder klassischen Rundreise ganz oben steht.


Natürlich besteht eine Reise nicht nur aus Landschaft und Kultur. Essen gehört dazu, und auch in dieser Hinsicht hat Schottland einiges zu bieten. Das schottische Frühstück ist jedenfalls nichts für Menschen, die morgens nur einen kleinen Kaffee trinken möchten. Eier, Würstchen, Bohnen, Black Pudding und weitere Zutaten sorgen dafür, dass man bis zum Nachmittag kaum wieder Hunger bekommt.


Dazu kommen Fish and Chips, frischer Fisch, Lammgerichte und die gemütlichen Pubs. Nach einem langen Tag unterwegs gibt es kaum etwas Schöneres, als sich hinzusetzen, etwas Leckeres zu bestellen und den Tag Revue passieren zu lassen. Ein Bier oder ein Whisky darf dabei durchaus eine Rolle spielen.


Besonders schön finde ich die Atmosphäre in den kleinen Unterkünften. Viele unserer Bed and Breakfasts waren herzlich geführt, und häufig ergaben sich beim Frühstück Gespräche mit anderen Reisenden. Man tauscht Erfahrungen aus, bekommt Tipps und erfährt, welche Route andere genommen haben. Das ist eine Seite des Reisens, die ich nicht missen möchte.


Edinburgh bildet einen wunderbaren Abschluss der Reise. Die Stadt verbindet historische Architektur mit lebendigem Stadtleben. Die Royal Mile, das Schloss, die kleinen Gassen und die Aussichtspunkte machen es leicht, sich hier mehrere Tage aufzuhalten.


Besonders das Royal Edinburgh Military Tattoo und das große Feuerwerk zum Abschluss des Edinburgh Festivals waren Höhepunkte. Die Stimmung, die Musik und die Kulisse des Schlosses sind beeindruckend. Und selbstverständlich hatte ich auch beim Feuerwerk eine Erklärung parat: Ich hatte es schließlich zum Abschluss unseres Urlaubs bestellt. Dass mir das nicht jeder glaubt, überrascht mich kein bisschen.


Edinburgh ist für mich eine Stadt, in der ich gern unterwegs bin. Es gibt viel zu entdecken, und gleichzeitig kann man sich einfach durch die Straßen treiben lassen, in einen Pub einkehren oder den Menschen beim geschäftigen Treiben zuschauen.

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