Meine ganz persönlichen Top 20
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Rom


Rom. Allein dieser Name weckt bei mir Bilder von antiken Bauwerken, geschäftigen Plätzen, kleinen Trattorias und Menschen, die sich mit einer Selbstverständlichkeit durch das Chaos bewegen, als hätten sie es persönlich erfunden.
Rom ist für mich eine der faszinierendsten Metropolen dieser Welt. Eine Stadt, in der Geschichte nicht einfach nur in Museen aufbewahrt wird, sondern an jeder Ecke lebendig ist.
Es ist unglaublich, wie viel Historisches und Neues man hier entdecken kann. Man läuft durch eine ganz normale Straße, biegt um eine Ecke und steht plötzlich vor einem Bauwerk, das schon seit Jahrhunderten die Zeit überdauert hat. Anderswo wäre das eine Sehenswürdigkeit, für die man Eintritt bezahlt und einen halben Tag einplant. In Rom gehört es manchmal einfach zum Straßenbild. Hier stolpert man förmlich über die Geschichte – hoffentlich nicht über eine antike Säule.
Das Kolosseum ist dafür das beste Beispiel. Wenn man vor diesem gewaltigen Bauwerk steht, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass hier vor fast 2.000 Jahren Tausende Menschen zusammenkamen, um Gladiatorenkämpfe und andere Spektakel zu erleben. Gleich daneben liegt das Forum Romanum, einst das politische, religiöse und gesellschaftliche Zentrum des Römischen Reiches. Zwischen den Ruinen spaziert man durch die Überreste einer Weltmacht, deren Einfluss bis heute spürbar ist. Geschichte zum Anfassen, statt trockener Geschichtsunterricht.
Auch der Vatikan gehört für mich untrennbar zu Rom. Genau genommen ist er ein eigener Staat und nicht Teil der Stadt, aber im römischen Alltag und im Stadtbild ist seine Bedeutung überall präsent. Als Zentrum der katholischen Kirche und Sitz des Papstes zieht er Menschen aus aller Welt an. Der Petersplatz ist für mich einer jener Orte, an denen man die besondere Verbindung von Religion, Geschichte und Architektur unmittelbar erlebt. Man muss nicht einmal besonders religiös sein, um von dieser Kulisse beeindruckt zu sein.
Dann gibt es die vielen anderen Orte, die Rom so unverwechselbar machen: die Spanische Treppe an der Piazza di Spagna, den Trevi-Brunnen, an dem sich Touristen versammeln, um eine Münze über die Schulter ins Wasser zu werfen, oder den Tiber, der sich durch die Stadt schlängelt. Dazu der Campo de' Fiori, wo tagsüber Marktleben herrscht und abends Restaurants und Bars die Menschen anziehen. Ich könnte noch ewig von den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt erzählen. Rom scheint einfach nicht damit aufzuhören, neue Geschichten aus seiner Vergangenheit und Gegenwart zu präsentieren.
Aber Rom besteht natürlich nicht nur aus alten Steinen und bedeutenden Bauwerken. Was wäre Italien ohne das Essen? Ich liebe das fantastische Gelato, das man an gefühlt jeder zweiten Ecke bekommt. Dazu die Trattorias und Restaurants, in denen Pasta, Pizza und römische Spezialitäten serviert werden. Oft sind es gerade die unscheinbaren Lokale, die den größten Eindruck hinterlassen. Ein kleiner Tisch, ein Teller Cacio e Pepe oder Carbonara und ein Glas Wein – mehr braucht es manchmal nicht.
Besonders am Abend zieht es mich nach Trastevere. Das Viertel hat eine ganz eigene Atmosphäre. Die engen Gassen füllen sich mit Menschen, aus den Restaurants dringen Stimmen und Gelächter, Kellner balancieren Tabletts durch das Gewusel, und irgendwo findet sich immer noch ein Platz für einen weiteren Gast. Dieses abendliche Fluidum ist einfach wunderbar. Trastevere wirkt lebendig, ursprünglich und gleichzeitig wie eine große Bühne, auf der das römische Leben jeden Abend aufs Neue aufgeführt wird.
Und dann sind da die Motorroller! Sie gehören zu Rom wie das Kolosseum und die Pasta. Sie schlängeln sich durch den Verkehr, tauchen scheinbar aus dem Nichts auf und verschwinden wieder in irgendeiner Seitenstraße. Dazwischen wird gehupt, gerufen, gestikuliert und diskutiert. Die Römer können laut sein, temperamentvoll und manchmal so wirken, als stünde gleich der Weltuntergang bevor. Fünf Minuten später lachen alle wieder miteinander, als wäre nichts gewesen.
Überhaupt ist das römische Chaos eine Wissenschaft für sich. Der Verkehr wirkt bisweilen wie ein Experiment, bei dem niemand die Regeln kennt – und trotzdem funktioniert es irgendwie. Autos, Motorroller, Fußgänger und Busse finden ihren Weg durch das Durcheinander. Was für Außenstehende nach blankem Wahnsinn aussieht, scheint für die Einheimischen zum Alltag zu gehören. Vielleicht ist genau das ein Teil des italienischen Lebensgefühls: nicht alles überregulieren, sich irgendwie arrangieren und das Leben trotzdem genießen.

