Meine ganz persönlichen Top 20
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Jodhpur


Die Stadt wird nicht umsonst Blue City genannt: Unterhalb einer mächtigen Festung breitet sich ein Meer aus blauen Häusern aus, dazwischen enge Gassen, kleine Geschäfte, geschäftige Märkte und das ganz normale indische Alltagsleben.
Über allem thront das Mehrangarh Fort – gewaltig, majestätisch und so eindrucksvoll, dass es fast unwirklich wirkt.
Das Mehrangarh Fort ist für mich eines der großen Highlights von Jodhpur. Hoch über der Stadt gelegen, sieht es aus, als würde es seit Jahrhunderten über das Leben unterhalb seiner Mauern wachen. Die mächtigen Wehrmauern, kunstvoll gestalteten Palasträume und Innenhöfe erzählen von den Maharajas und der Geschichte Rajasthans. Doch mindestens genauso faszinierend ist der Blick von oben: Die blauen Häuser ziehen sich bis zum Horizont, und erst aus dieser Perspektive wird deutlich, wie besonders Jodhpur ist.
Mich reizt aber nicht nur die Pracht der Herrscher. Ich möchte auch sehen, wie die Stadt abseits der großen Sehenswürdigkeiten funktioniert. Im Sardar Bazaar rund um den Uhrturm herrscht geschäftiges Treiben. Händler bieten Gewürze, Textilien und allerlei Alltagsgegenstände an, Menschen drängen durch die Gassen, und überall gibt es etwas zu entdecken. Indien ist hier nicht auf Hochglanz poliert. Es ist laut, bunt, manchmal chaotisch und gerade deshalb so lebendig.
Bei meinen Streifzügen durch Jodhpur gehören auch Orte dazu, die eine ganz andere Stimmung vermitteln. Der Jaswant Thada, ein kunstvoller Gedenkbau aus hellem Marmor, wirkt beinahe filigran im Vergleich zur gewaltigen Festung. Und im Mandore Garden begegnet man einer weiteren Seite der Geschichte der Region. Zwischen historischen Gedenkstätten und Gärten lässt sich das Tempo der Stadt für einen Moment hinter sich lassen. Auch der Blue Corridor führt hinein in jene Gassen, in denen die berühmte Farbe Jodhpurs besonders unmittelbar erlebbar wird.
Was ich an Jodhpur besonders mag, ist der Kontrast zwischen königlicher Vergangenheit und dem heutigen Leben. Hier stehen monumentale Paläste und gewaltige Festungsmauern einer Stadt gegenüber, in der Menschen einkaufen, arbeiten, miteinander reden und ihren Alltag bewältigen. Die Geschichte ist allgegenwärtig, aber sie verdrängt das Leben nicht. Beides gehört zusammen.
Und dann ist da natürlich die Farbe Blau. Sie taucht zwischen den warmen Sandsteintönen der Festung und den staubigen Straßen immer wieder auf. Manche Häuser leuchten kräftig, andere wirken im Sonnenlicht schon fast verwaschen. Zusammen mit den engen Gassen und den Blicken hinauf zum Fort entsteht ein Stadtbild, das ich so schnell nicht mit einem anderen Ort verwechsle.
Jodhpur ist für mich Rajasthan in konzentrierter Form: prachtvolle Geschichte, orientalisch anmutende Gassen, lebendige Märkte und eine Stadt, die sich nicht hinter ihrer Vergangenheit versteckt. Hier kann ich stundenlang durch die Straßen laufen, mich treiben lassen und hinter jeder Ecke etwas Neues entdecken.

