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Meine ganz persönlichen Top 20 

7.

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Ilulissat

Ilulissat ist einer dieser Orte, an denen man plötzlich merkt, wie klein man selbst und wie gewaltig die Natur ist.

Hier oben in Grönland, weit entfernt von unserem gewohnten Alltag, bestimmen nicht Hochhäuser, Straßen oder Menschenmassen das Bild, sondern Eis, Wasser, Felsen und eine Landschaft, die beinahe unwirklich erscheint.


Was mich an Ilulissat besonders fasziniert, sind natürlich die Eisberge. Aber „Eisberge“ klingt eigentlich viel zu harmlos für das, was einen dort erwartet. Riesige, bizarr geformte Eismassen treiben durch das Wasser, manche strahlend weiß, andere in einem unglaublichen Blau. Sie sehen aus wie Skulpturen, die jemand mit unendlich viel Fantasie geschaffen hat. Dabei ist kein Eisberg wie der andere. Und während man sie betrachtet, wird einem bewusst, dass diese gewaltigen Gebilde irgendwann einmal als Schnee auf dem grönländischen Inlandeis begonnen haben.


Der Ilulissat-Eisfjord gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Hier kalbt der gewaltige Gletscher Sermeq Kujalleq unvorstellbare Mengen Eis ins Meer. Die Eisberge sammeln sich im Fjord und treiben schließlich hinaus in die Diskobucht. Dieses Zusammenspiel aus Gletscher, Fjord und Meer ist ein Naturschauspiel, das man nicht einfach nur anschaut. Man steht davor und staunt.


Besonders eindrucksvoll ist es, die Eisberge aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben. Vom Land aus wirken sie wie eine riesige, erstarrte Landschaft. Vom Boot aus bekommt man ein Gefühl für ihre tatsächliche Größe. Was eben noch weit entfernt am Horizont lag, türmt sich plötzlich neben dem Schiff auf. Und dann ist da diese besondere Stille, die nur gelegentlich von Wasser, Wind oder dem Knacken des Eises unterbrochen wird. Eine Stille, die man in unseren Breiten kaum noch kennt.


Doch Ilulissat ist nicht nur eine Kulisse aus Eis. Es ist ein echter grönländischer Ort, in dem Menschen mit einer Natur leben, die wunderschön, aber auch rau und unberechenbar ist. Fischerboote liegen im Hafen, bunte Häuser verteilen sich über die felsige Landschaft, und das Leben folgt anderen Bedingungen als bei uns. Gerade dieser Kontrast zwischen dem kleinen Ort und der gewaltigen Natur macht Ilulissat für mich so besonders.


Dazu kommt dieses Gefühl, wirklich weit weg zu sein. Keine vertrauten Landschaften, keine alltägliche Hektik, keine Umgebung, die man schon tausendmal gesehen hat. Stattdessen ein Ort, an dem man sich auf das konzentriert, was direkt vor einem liegt. Man schaut, staunt, fotografiert – und schaut dann lieber noch einmal, weil das Foto ohnehin kaum vermitteln kann, wie gewaltig und eindrucksvoll es in Wirklichkeit ist.


Ilulissat ist für mich deshalb mehr als ein schönes Reiseziel. Es ist eine Begegnung mit einer Natur, die sich nicht nach unseren Vorstellungen richtet und sich auch nicht von uns beeindrucken lässt. Sie ist einfach da – großartig, mächtig und manchmal fast ein wenig einschüchternd.

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