
Ich reise gern. Sehr gern sogar. Das Problem ist nur: Ich kann mir nicht alles merken. Und irgendwann musste ich feststellen, dass mein Gedächtnis offenbar seine eigene Vorstellung davon hat, welche Informationen wichtig sind. Dass wir irgendwo ein fantastisches Essen hatten? Weiß ich noch. Dass wir dafür fast eine Stunde durch irgendeine völlig unbekannte Stadt gelaufen sind? Auch noch. Wie das Restaurant hieß? Tja. Irgendwann waren die Erinnerungen an frühere Reisen jedenfalls nur noch in kleinen Fragmenten vorhanden. Ein paar Bilder, ein paar Orte, ein paar Geschichten – und dazwischen jede Menge »Wo war das noch mal?«. Mit zunehmendem Alter wird das bekanntlich nicht besser. Also habe ich beschlossen, meinem Gedächtnis etwas Arbeit abzunehmen. Seitdem schreibe ich auf unseren Reisen Tagebuch. Nicht unbedingt jeden Tag und schon gar nicht in der Hoffnung, irgendwann einen Literaturpreis dafür zu bekommen. Sondern einfach deshalb, weil ich später noch wissen möchte, was wir erlebt haben. Und wenn dabei nebenbei noch die eine oder andere Geschichte entsteht, die man anderen erzählen kann – umso besser. Irgendwann kam dann der nächste Gedanke: Ich selbst lese unglaublich gern Reiseberichte. Ich stöbere in Foren, auf Reiseblogs und Webseiten herum, suche Inspiration für die nächste Reise und schaue mir an, was andere unterwegs erlebt haben. Warum also nicht die eigenen Erlebnisse ebenfalls teilen? Und so ist dieser Reiseblog entstanden. Hier findet ihr unsere Reisen, Erlebnisse, Umwege, Entdeckungen und natürlich jede Menge Fotos. Manches war von Anfang an so geplant. Anderes ist einfach passiert. Und genau das macht das Reisen für mich aus. Denn die besten Geschichten entstehen schließlich selten dann, wenn alles exakt nach Plan läuft. Viel Spaß beim Lesen und Mitreisen!
Reisen. Entdecken. Erinnern.
Es ist vollbracht!
Seit dem 1. August 2026 ist mein neues Buch fertig. Und ja – ich kann es tatsächlich schon selbst kaum glauben. Nach unzähligen Stunden am Computer, überarbeiteten Kapiteln, verworfenen Ideen und der einen oder anderen Tasse Tee ist aus einer Idee schließlich ein richtiges Buch geworden. Der Titel lautet: »Was soll denn da schon schiefgehen?« Ein Satz, den man vermutlich viel zu oft sagt, bevor etwas schiefgeht. Genau darum geht es in meinem Buch: um Geschichten, Erlebnisse, Entscheidungen und Situationen, bei denen man hinterher vielleicht denkt: Das hätte ich mir auch anders vorstellen können. Es geht um Menschen, unterwegs sein, Begegnungen, kleine Katastrophen und große Überraschungen – und natürlich um die Erkenntnis, dass das Leben selten genau nach Plan läuft. Manchmal ist das ärgerlich. Manchmal absurd. Und manchmal ist es genau das, was eine gute Geschichte ausmacht. Ich habe versucht, das Ganze mit einer gehörigen Portion Humor zu erzählen. Denn wenn man schon mitten im Schlamassel steckt, kann man schließlich auch darüber lachen. Am besten natürlich hinterher. Ob alles wirklich so passiert ist? Nun ja … das überlasse ich Eurer Fantasie. Wenn Ihr neugierig geworden sind und wissen möchtet, was denn nun tatsächlich alles schiefgegangen ist, könnt Ihr das Buch hier bestellen. Und vielleicht erkennt Ihr euch in der einen oder anderen Geschichte sogar wieder. Denn seien wir ehrlich: Was soll denn da schon schiefgehen?
Ich schreibe Reiseberichte, weil ich meine Reisen nicht einfach nach der Rückkehr zu den Akten legen möchte. Denn irgendwann habe ich festgestellt, dass selbst die schönsten Erlebnisse mit der Zeit verblassen. Man erinnert sich noch an den Ort, an das große Ganze – aber die kleinen Geschichten verschwinden langsam aus dem Gedächtnis. Und genau die sind es oft, die eine Reise besonders machen. Ein Foto kann festhalten, wie ein Ort aussah. Ein Reisebericht kann dagegen erzählen, wie es sich angefühlt hat, dort zu sein. Deshalb schreibe ich nicht nur über Sehenswürdigkeiten und schöne Landschaften. Mich interessieren die kleinen und manchmal völlig ungeplanten Momente: ein überraschend gutes Essen, ein seltsames Hotel, eine Begegnung mit Menschen, eine falsche Abzweigung oder eine Situation, bei der man zunächst denkt: „Das kann doch jetzt nicht wahr sein!“ – und über die man später herzlich lacht. Beim Schreiben reise ich außerdem ein zweites Mal. Ich sehe die Fotos wieder, erinnere mich an längst vergessene Situationen und entdecke manchmal sogar Dinge, die ich während der Reise gar nicht bewusst wahrgenommen habe. Ich möchte mit meinen Reiseberichten deshalb keine perfekten Urlaubsprospekte schreiben. Wenn etwas großartig war, erzähle ich davon. Wenn etwas enttäuschend war, ebenfalls. Und wenn unterwegs etwas schiefgeht, gehört auch das zur Geschichte. Denn für mich sind es nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, die eine Reise ausmachen. Es sind die Geschichten, die man später noch erzählen möchte.
Ich habe auf meinen Reisen eigentlich schon immer gern fotografiert. Nicht, weil ich der Meinung bin, dass jeder Sonnenuntergang für die Ewigkeit festgehalten werden muss – obwohl ich zugeben muss, dass ich davon trotzdem eine ganze Menge habe. Sondern weil Bilder vor allem eine Art Gedächtnisstütze sind. Denn erstaunlicherweise merkt man sich nach einer längeren Reise längst nicht mehr alles. Ich erinnere mich vielleicht noch an eine Landschaft, eine Stadt oder einen besonderen Moment – aber viele kleine Dinge verschwinden irgendwann aus dem Kopf. Genau diese Kleinigkeiten möchte ich mit meinen Bildern festhalten. Den Sonnenuntergang, bei dem ich dachte: Das muss ich fotografieren. Das Essen, bei dem ich vorher noch keine Ahnung hatte, was eigentlich auf dem Teller liegt. Eine Straße, die plötzlich viel schöner aussieht als erwartet. Einen besonderen Ort, an dem ich einfach stehen geblieben bin. Und natürlich auch die Momente, in denen wir irgendwo herumgelaufen sind und uns ziemlich sicher waren, dass wir gerade überhaupt nicht in die richtige Richtung gehen. Wenn ich mir solche Bilder Jahre später wieder anschaue, passiert etwas Interessantes: Ich sehe nicht einfach nur ein Foto. Ich erinnere mich plötzlich wieder an die Situation dahinter. Wo wir waren, was wir gemacht haben, wie das Wetter war – manchmal sogar daran, was wir an diesem Tag gegessen oder worüber wir gelacht haben. Deshalb sind meine Reisebilder für mich viel mehr als eine Sammlung schöner Motive. Sie sind meine persönliche Erinnerung daran, was wir gesehen, erlebt und manchmal auch überstanden haben.
Ich filme auf meinen Reisen nicht, weil ich unbedingt jeden Moment dokumentieren muss. Ich filme, weil ich weiß, dass vieles von dem, was ich unterwegs erlebe, irgendwann verblasst. Und ein Video schafft es erstaunlich gut, diese Erinnerungen wieder zum Leben zu erwecken. Ein Foto zeigt mir, wie schön ein Sonnenuntergang war. Ein Video erinnert mich daran, wie der Wind damals gepfiffen hat, wie die Wellen rauschten oder wie laut es auf diesem kleinen Markt eigentlich war. Und manchmal hält die Kamera auch Dinge fest, die man im Moment gar nicht so wichtig findet – die Geräusche einer Straße, Menschen, die vorbeilaufen, ein Bus, der sich lautstark durch eine enge Gasse quält oder Heidi, die irgendwo im Hintergrund schon wieder etwas entdeckt hat. Und natürlich filme ich auch die weniger perfekten Momente. Den Gegenwind, der die Frisur endgültig ruiniert. Das Essen, das auf dem Teller wesentlich besser aussah als es geschmeckt hat. Oder diesen Trail, bei dem ich mich irgendwann gefragt habe, welcher Mensch eigentlich auf die Idee gekommen ist, dass das ein schöner Wanderweg sein soll – und warum ich ihm gefolgt bin. Genau das macht für mich den Reiz von Reisevideos aus. Sie zeigen nicht nur, wo ich war, sondern auch ein Stück davon, wie es sich angefühlt hat. Und wenn ich mir Jahre später einen Film ansehe, bin ich plötzlich wieder an diesem Ort. Ich höre die Geräusche, sehe die Landschaft, erinnere mich an Situationen und bekomme dieses ganz bestimmte Gefühl von damals zurück.





